Durch den Klimawandel sind Zecken fast ganzjährig aktiv. Foto: IMAGO/Christian Ohde/IMAGO/Christian Ohde

Zecken übertragen viele Krankheiten, eine davon kann sogar zur Hirnhautentzündung führen. Die sogenannte „Zeckenimpfung“ kann jedoch davor schützen – wie viele Pikse notwendig sind: eine Übersicht.

Sommer, Sonne, Zeckenbiss - gerade in der warmen Jahreszeit ist der spinnenartige Parasit besonders aktiv. Deshalb sollten Spaziergänger und Wanderer nicht allzu sorglos in die Natur aufbrechen. Die Zecke lauert im hohen Gras und Büschen und birgt eine oft unterschätzte Gefahr, denn „sie können eine Vielzahl von Infektionskrankheiten auf den Menschen übertragen“, informiert das Robert-Koch-Institut (RKI).

Neben der Bakterieninfektion Borreliose ist die Zecke ein Hauptüberträger der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), eine Form der Hirnhautentzündung bekannt.

Bis zu 700 FSME-Fälle jährlich

Bei FSME handelt es sich um eine Gehirn-, Hirnhaut- oder Rückenmarkentzündung, die durch Viren ausgelöst wird. Laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) gibt es in Deutschland bis zu 700 Fälle jährlich; besonders häufig betroffen sind Erwachsene ab 40 Jahren. Fast immer wird FSME dabei durch einen Zeckenbiss übertragen, sehr selten ist auch der Genuss von Kuh-, Ziegen- oder Schafsrohmilch Schuld. Von Mensch zu Mensch kann die Krankheit nicht übertragen werden.

Welche Symptome auf die Krankheit hinweisen

Die FSME äußert sich ein bis zwei Wochen nach dem Zeckenbiss durch grippeähnliche Symptome wie Fieber, Kopfschmerz, Übelkeit und Schwindel. Oft bleibt es dabei und die Krankheit ist nach wenigen Tagen überstanden. Manchmal kommt es jedoch zu einer Beteiligung des zentralen Nervensystems und das Gehirn, die Hirnhäute oder das Rückenmark entzünden sich. Hohes Fieber, starke Kopfschmerzen und Erbrechen deuten auf solch einen Krankheitsverlauf hin, zum Teil kommt es zu Lähmungen, Bewusstseins- oder Bewegungsstörungen.

„Drei Impfungen erforderlich“

FSME kann nicht ursächlich behandelt werden. Medikamente helfen lediglich gegen Symptome wie Fieber und Kopfschmerzen. Deswegen wird die FSME-Impfung von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlen, insbesondere, für Menschen, die im FSME-Risikogebiet wohnen oder sich dort aufhalten. „Drei Impfungen sind für die Grundimmunisierung erforderlich“, informiert die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Ein bis drei Monate nach der ersten Impfung folgt die zweite. Je nach verwendetem Impfstoff gilt dann ein Abstand von fünf beziehungsweise von neun bis zwölf Monaten zur dritten Impfung einzuhalten. Bereits 14 Tage nach der zweiten Impfung besteht ein Schutz von 90 Prozent für die laufende Saison, das heißt, mit der Grundimmunisierung sollte zwischen Januar und März begonnen werden. Mit der dritten Impfung verlängert sich der Schutz dann über die laufende Saison hinaus.