Um fast zehn Prozent sind die Ausgaben in der Kinderbetreuung in Ehningen gestiegen. Foto: dpa/Monika Skolimowska

Erst im vergangenen September wurden die Kita-Gebühren in Ehningen angehoben, nun steigen sie erneut. Ab Herbst zahlen Eltern noch einmal 7,5 Prozent mehr.

Die jüngste Erhöhung der Kita-Gebühren liegt noch gar nicht lange zurück – doch bereits im Herbst müssen Eltern in Ehningen für die Betreuung ihrer Kinder noch tiefer in die Tasche greifen. Der Gemeinderat gab am Dienstagabend mehrheitlich grünes Licht für die Erhöhung der Kitagebühren und Kosten für die Grundschulkind- und Ferienbetreuung. Zum 1. September werden im Kita-Bereich und zum 1. Oktober im Grundschulbereich die Kosten um 7,5 Prozent angehoben. Das bedeutet, dass eine Familie mit einem Kind unter drei Jahren für die Betreuung dann monatlich 31 Euro mehr – nämlich 440 Euro – bezahlen muss.

Damit sollen die steigenden Ausgaben im Kita-Bereich abgefedert werden. Die Gemeinde orientiert sich bei der Kita-Gebührenerhöhung an den Vorschlägen des Gemeinde- und Städtetags, das sind keine absoluten Zahlen, sondern Angaben zum Deckungsanteil, sowie der baden-württembergischen Kirchen. Die Finanzierung der Betreuungsangebote für Kinder setzt sich zusammen aus Mitteln des Bundes, des Landes, der Kommunen und Kirchen oder anderen freien Trägern sowie aus Elternbeiträgen.

Deutliche Kostensteigerung um 9,8 Prozent

Dass die Kinderbetreuungsgebühren ein ordentliches Loch in die Gemeindekasse reißen, machte der Ehninger Hauptamtsleiter Benjamin Finis am Dienstagabend deutlich. Allein die Personalkosten für die Betreuung der null bis sechsjährigen Kinder sei von 5,6 Millionen Euro im Jahr 2023 auf 6,7 Millionen Euro angestiegen, erklärte er. Hinzu käme die allgemeine Kostenentwicklung durch Inflation, Tarife und Energiepreise. „Daraus ergeben sich für die Gemeinde Mehrkosten von rund 550 000 Euro“, so Finis. Das sei eine Kostensteigerung von 9,8 Prozent.

„Der Umfang der Ausgaben ist aus unterschiedlichen Gründen erheblich gestiegen und deswegen sehen wir die Erhöhung auch als gerechtfertigt an.“ Zudem betonte Finis, dass die Gemeinde jeden einzelnen Kita-Platz jährlich mit 10 575 Euro bezuschusse. Und auch der Bürgermeister Lukas Rosengrün sagte: „Das Thema Bildung und Betreuung macht ein Drittel des gesamten Kommunalhaushaltes der Gemeinde Ehningen aus.“

Bereits im vergangenen September hatte die Gemeinde die Kita-Gebühren um 9,95 Prozent angehoben. Dieser Wert setzte sich damals zusammen aus einer Anpassungsempfehlung des Städte-und Gemeindetags um 8,5 Prozent und einem Nachholeffekt aus der Coronazeit, in der man eine Erhöhung ausgesetzt hatte. Durch die Gebührenerhöhung rechnet die Gemeinde nun mit jährlichen Mehreinnahmen von rund 78 000 Euro im Kleinkindbereich und 13 000 Euro im Grundschulkindbereich.

Die Grünen sind für eine nach Einkommen gestaffelte Kita-Gebühr

Einen Vorschlag am Rande der Gebührendiskussion machten die Grünen. Ihnen schwebt vor, die Kita-Gebühren nicht nach der Anzahl der im Haushalt lebenden Kinder zu staffeln, sondern nach der Einkommenshöhe der Eltern, wie es bei der Grundschulkindbetreuung in Ehningen bereits der Fall ist. Das Modell, das in Herrenberg ab September eingeführt wird, solle auch in Ehningen für mehr Gerechtigkeit und eine finanzielle Entlastung der Geringverdiener sorgen.

„Ich finde gestaffelte Kitagebühren keine schlechte Sache“, sagte Rosengrün. Doch eine für alle faire Lösung zu finden, hält der Bürgermeister für eine Herausforderung. Es sei auch nicht Aufgabe der Verwaltung, einen Vorschlag vorzulegen, sondern es müsse dann gemeinsam mit dem Gemeinderat und den Eltern in einem Prozess, ähnlich wie in Herrenberg, eine Lösung gefunden werden – aber nicht vor der Kommunalwahl.