Vergangene Woche hat die Sindelfinger Feuerwehr ein Hängebauchschwein gerettet. Die Aktion stellte die Einsatzkräfte vor ein paar Herausforderungen – auch bei der Feuerwehr stehen Schweine-Rettungen nicht jeden Tag auf dem Plan.
Die Rettung eines mutmaßlich ausgesetzten Schweins im Kreis Böblingen durch die Sindelfinger Feuerwehr war aufreibender als zunächst bekannt. Drei Tage nach dem Einsatz wurden mehr Details der Rettungsaktion bekannt.
Das Schwein beißt sich frei
Das Hausschwein hatte die Feuerwehr am vergangenen Freitag anderthalb Stunden beschäftigt. Die Polizei hatte die Einsatzkräfte zur der Rettungsaktion hinzugerufen. Mit gut zwölf Leuten versuchte die Wehr das Tier, das in einem Waldstück zwischen der alten B14 und der Autobahn unterwegs war, einzufangen. In rund fünf Anläufen versuchten die Feuerwehrleute mit einem Kescher und einer Decke das Hausschwein in die Transportbox zu manövrieren, erzählt Marcel Schmid, der Pressesprecher der Feuerwehr. Doch das Hausschwein zeigte Kampfgeist: Es zerbiss einfach den Kescher.
„Wir waren schon kurz davor aufzugeben“, berichtet Marcel Schmid. Dann jedoch halfen Jäger: Diese hätten es geschafft, das Tier auf den Rücken zu drehen und mit Hilfe von Seilen die Beine des Tieres so festzubinden, dass sie es schließlich in die Transportbox brachten. Doch selbst in der Box gab das Schwein nicht auf: Es randalierte dermaßen, dass die Feuerwehrleute das Tier nur mit Mühe in der Box halten konnten. Um größere Randale zu vermeiden, ging es schließlich mit Sondersignal zum Tierschutzheim. Die Übergabe verlief dann ohne Probleme.
Das Schwein heißt jetzt Freddy
Mittlerweile hat das Schwein, bei dem es sich wohl um ein junges Hängebauchschwein handelt, auch einen Namen bekommen: Freddy. Es ist nicht das erste Mal, dass im Kreis Böblingen Hängebauchschweine ausgesetzt werden. Im vergangenen Oktober landeten zwei Hängebauchschweine im Kreistierheim. Die Ermittlungsmöglichkeiten der Polizei sind in solchen Fällen begrenzt, sagt Polizeipressesprecher Steffen Grabenstein. Sie seien auf Hinweise von Passanten angewiesen. Dass das Tier lediglich ausgebüchst ist, bezweifelt er. Nach drei Tagen habe sich noch niemand bei der Polizei gemeldet.
Für die Sindelfinger Feuerwehr war die Schweine-Rettungsaktion die erste ihrer Art. Mit Gänsen auf dem See hätten sie es schon zu tun gehabt. Auch ein Hund, der aus einer Regenablaufrinne mit Bagger befreit werden musste, ist ihnen schon untergekommen, erzählt Marcel Schmid. Ein Schwein jedoch war auch für die Einsatzkräfte Neuland.