Schön frostig ist der erste Advent – eine heimelige Stimmung kam bei den Weihnachtsmärkten im Raum Marbach und im Bottwartal auf.
Es weihnachtet – und wie. Am ersten Adventswochenende haben in vielen Kommunen im Raum Marbach & Bottwartal Weihnachtsmärkte und Lichterzauber stattgefunden. Ein paar Momentaufnahmen.
Affalterbach Roland Wiesinger gibt den Takt vor. Der musikalische Leiter des Musikvereins, mit einem der größten der 15 Stände unter dem Rathaus, hat sein Orchester gut eingestellt. Zum Start erklingen unter anderem „Jingle Bells“ oder „Tochter Zion“. „Auch Junge lieben die Klassiker,“ beobachtet Wiesinger. Ein Highlight ist die Pantomime „Eine fabelhafte Weihnachtsgeschichte“ mit musikalischer Untermalung. Eifrig sprechen die Besucher auch den kulinarischen Angeboten auf dem Markt zu. Der Musikverein bietet einen „Pfundstopf“ oder ein „Musikhäfele“, ein deftiger Mix, der vier Stunden im Ofen schmoren muss. Wer es härter möchte, kann sich am Stand des Vereins Zweitakt-Kunst – dem Mofaclub – mit Glüh-Gin oder Apfel-Birne-Punsch stärken.
Kuschelig warm hatten es die 55 Aussteller beim Weihnachts- und Hobbykünstlermarkt in Erdmannhausen. Weder Besucher noch Aussteller mussten in der Halle auf der Schray frieren. Wo sonst Bälle fliegen und geturnt wird, hatten jetzt Wichtel, Weihnachtsmänner und Wachskerzen am Sonntag vorübergehend ein Zuhause. Der Kinderchor Cantanti hat die Besucher von Beginn an mit Weihnachts- wie auch fetzigen Liedern eingestimmt. „Es gibt hier für jeden Geschmack und Geldbeutel etwas“, sagt Ursula de Noni. Die ehrenamtliche Organisatorin erwartete wieder mit 300 bis 500 Besuchern einen ähnlichen Ansturm wie in den Vorjahren und musste allein 12 weiteren Ausstellern aus Platzmangel absagen.
Die Kulisse beim Großbottwarer Weihnachtsmarkt war perfekt: Sonne, Schnee und frostige Temperaturen vor der historischen Fachwerkkulisse haben schnell weihnachtliche Stimmung aufkommen lassen. Mit Glühwein und Gegrilltem haben sich daher viele Besucher gewärmt und gestärkt. Daneben haben 42 Ausstellern originelle Weihnachtsgeschenke wie Gitarren aus alten Zigarrenkisten oder Weinregale aus ehemaligen Fassdauben als originelle Geschenkideen angeboten. „Wir sind der einzige Weihnachtsmarkt mit einer Bühne für Weihnachtswichtel“, sagt die Organisatorin Rosi Kindlein. Hier haben die jüngsten Besucher wie die Stars von morgen vorgesungen und ihre Songs präsentiert. Als Belohnung gab es ein kleines Wichtelgeschenk.
Kirchberg Vor allem junge Familien kommen am Freitagabend an die Kelter, um den Moment nicht zu verpassen, in dem die Weihnachtsbeleuchtung angeschaltet wird. Vor einem Jahr wurden die Lichter wegen der Energieeinsparverordnung des Bundes erst am Tag vor Heiligabend angemacht. Umso größer die Freude, dass die Weihnachtsstimmung im Ort jetzt länger verbreitet wird. Man wolle Licht und Freude schenken, sagt Klaus Salzer, der BdS-Vorsitzende. Und im Sinne der Nachhaltigkeit sind die Kirchberger auf LED umgestiegen. Bei Punsch, Glühwein und Musik wird gesungen, geschwätzt und die Vorfreude auf Weihnachten genossen.
Oberstenfeld Nichts bewegt sich mehr im Zentrum von Oberstenfeld. Die 36 Marktstände locken bereits am Samstagnachmittag buchstäblich Jung und Alt in großer Zahl in den Ortskern. Auf den Stufen, die zur Dorfkirche hinaufführen, stehen rund 50 Kinder des Chors der Lichtenbergschule und singen fröhlich „In der Weihnachtsbäckerei, gibt’s so mache Leckerei.“ Ehrenamtliche schieben ein gutes Dutzend betagter Kleeblatt-Bewohner im Rollstuhl durch die Menge. Der Besuch bedeute ihnen viel, sagt Joachim Pataniak, einer der Betreuer. Ein festliches Angebot, nämlich „Christmas Kisses“, macht eine private Initiative von Kai Kraning. Der „Hot Kiss“ entpuppt sich als Glühwein Rot, der „Sweet Kiss“ als Glühwein Rosé. Wer einen realen Kuss vorzieht, darf mit Partner oder Partnerin auf einem Kissenbänkchen unter einem Mistelzweig Platz nehmen.
Rielingshausen Nur einmal im Jahr erklingt in Rielingshausen die Rathausglocke – zur Eröffnung des Weihnachtsmarktes am Samstagmorgen. Zuvor hatte Jochen Biesinger als stellvertretender Ortsvorsteher Besucherinnen und Besucher mit einem launigen Gedicht von Sebastian Blau auf die „einzigartige Atmosphäre“ mit 20 Ständen eingestimmt. Trotz Schneetreiben und Kälte haben sich bereits etliche Rielingshäuser eingefunden. Veranstalter ist wieder der CVJM, der Flammkuchen anbietet. Die erste Schlange bildet sich allerdings bei den Thüringer Rostbratwürsten, einem Angebot aus Buchfart-Legefeld, thüringischer Partner der Kirchengemeinde. Die Grillmeister aus dem Weimarer Umland haben sich vorbereitet: „Über 1200 Würste sind mitgereist!“
Steinheim „Alle Jahre wieder…“ – der Musikverein Stadtkapelle Steinheim unter der Leitung von Peter Schäfer spielt bei einsetzender Dämmerung vor der romantischen Kulisse des Rathauses und sorgt mit Titeln wie „Jingle Bells“ und „Feliz Navidad“ für Adventsstimmung auf dem Platz und in der Gasse zwischen den 26 Ständen. Bald schon umlagert sind die Glühwein-Tankstellen. Jürgen Schreiber vom Verein der Landwirte und Weingärtner verrät, dass dem Getränk eine eigene, spezielle Gewürzessenz zugegeben wird, unter anderem mit Zimt, Kardamom, Sternanis, Nelken und Orange. Basis sind Schwarzriesling und Riesling. Wer einen Glühwein auf Trollinger-Basis bevorzugt geht auch nicht leer aus. Er findet ihn beim Weingut Waldbüsser.