Der Geschirrspüler läuft oft – wie sehr lohnt sich dafür ein stromsparendes Gerät? Foto: Imago/Chromorange/Ruediger Rebmann

Ein Geschirrspüler, der viel Strom verbraucht, kostet auf der Stromrechnung im Lauf der Jahre auch mehr Geld. Unser Vergleich zwischen den Energieeffizienzklassen zeigt, ob sich ein sparsamerer Geschirrspüler rechnet.

Eine neue Küche, ein kaputtes Altgerät: Wer über die Anschaffung eines Geschirrspülers nachdenkt, muss einiges Geld in die Hand nehmen. Wie sehr lohnt sich ein teureres Gerät mit Energielabel A oder B, das auf lange Sicht weniger Strom braucht und damit im Betrieb günstiger ist?

Unsere Berechnung anhand von Preisdaten des Portals Testberichte.de für Hunderte Geräte zeigt: Geschirrspüler aus den oberen Energieeffizienzklassen sind auch nach 15 Jahren unter dem Strich noch deutlich teurer als Geräte mit schlechterem Energielabel.

Kaufpreis oder Stromkosten: Was zählt bei der Spülmaschine?

Im Durchschnitt bezahlt man für den Stromverbrauch eines Geschirrspülers der Energieeffizienzklasse A über 15 Jahre in unserer Rechnung 243 Euro (rund 32 Euro pro Jahr). Die deutlich stromfressenderen Geräte der Klasse F hingegen kommen auf durchschnittlich 330 Euro Stromkosten über 15 Jahre. Allerdings kosten Klasse-A-Geschirrspüler in der Anschaffung im Durchschnitt mehr als doppelt so viel wie Klasse-F-Geräte - rund 1100 Euro versus rund 460 Euro. Rechnet man beides zusammen, sind auch besonders energieeffiziente Geräte auf lange Sicht trotzdem teurer, die geringeren Stromkosten fallen weniger stark ins Gewicht. Anders ist die Situation dagegen bei einer Kühl-Gefrierkombination.

Wie die folgende Grafik zeigt, sind nach 15 Jahren Geräte der Klasse B am teuersten: Sie kosten in der Anschaffung ähnlich viel wie Klasse-A-Geräte, verbrauchen aber etwas mehr Strom. Spülmaschinen der schlechtesten Energieeffizienzklasse G schneiden in der Kombination von Stromkosten und Kaufpreis am günstigsten ab.

Die Daten legen auf den ersten Blick nahe, dass sich die Anschaffung eines energieeffizienten Geräts nicht lohne; schließlich sind die Anschaffungskosten deutlich höher. In der Auswertung sind allerdings einige sogenannte Tischgeräte enthalten. Dabei handelt es sich um Minigeräte, die zwar günstig in der Anschaffung sind und absolut gesehen wenig Strom verbrauchen, relativ zu ihrem Fassungsvermögen aber sehr viel. Laut Niels Genzmer, Sprecher von Testberichte.de, seien solche Geräte grundsätzlich sehr ineffizient und bekämen als Energielabel bestenfalls ein F. Auch bei größeren Geschirrspülern lohnt der Kauf eines allzu billigen Produkts nicht unbedingt, denn ob diese Geräte eine Lebensdauer von 15 Jahren tatsächlich erreichen, ist fraglich. „Es gibt unserer Erfahrung nach eine eindeutige Korrelation zwischen höherem Preis und einer längeren Haltbarkeit der Geräte“, sagt Genzmer: „Wer bei Haushaltsgroßgeräten billig kauft, kauft zweimal.“

Hunderte Spülmaschinen im Vergleich

Die folgende Grafik zeigt alle untersuchten Geräte als Punkte, getrennt nach Energieeffizienzklassen. Sie zeigt: Auch innerhalb der einzelnen Klassen gibt es große Preisunterschiede. Ein Klick auf ein Gerät zeigt den Namen und die Gesamtkosten über 15 Jahre.

Neben dem Blick auf die Energieeffizienzklasse und den Stromverbrauch lohnt sich vor dem Kauf eines Geschirrspülers auch ein Vergleich der Funktionen – und wie gut die Geräte reinigen und trocknen. In den Randklassen A und G gibt es zudem nur eine Handvoll Geräte , die den Kriterien der jeweiligen Energieeffizienzklasse entsprechen.

Geräte der Klassen F und G sind finanziell deutlich günstiger, halten aber womöglich nicht fünfzehn Jahre lang, wie in unserer Rechnung angenommen. Wer einen Kompromiss bei den Anschaffungskosten sucht, wird eher in den mittleren Klassen fündig.


Wie kommt unsere Geschirrspüler-Analyse zustande?

Das Portal Testberichte.de hat für Tausende Haushaltsgeräte den durchschnittlichen Kaufpreis und den Stromverbrauch erfasst. Daraus haben wir die Gesamtkosten über eine Lebensdauer von 15 Jahren errechnet. So wird klar, bei welchem Gerätetyp welche Energieeffizienzklasse (EEK) wirtschaftlich ist. Verborgene Stromkosten werden so vergleichbar. Wir rechnen in Anlehnung an eine für das Bundeswirtschaftsministerium erstellte Analyse mit einem Strompreis von 40 Cent je Kilowattstunde. Auf Energieeffizienz analysiert werden auch Waschmaschinen.