Das Ich ist eine dunkle See, ein tiefer Grund, von dem man nicht alles hervorholen und mit dem Partner teilen möchte. Foto: Unsplash/Allef Vinicius

Nie war es in Liebesbeziehungen einfacher als heute, etwas vor dem Partner zu verbergen. Zwei Psychologen erklären, wann ein Geheimnis zur Gefahr für die Liebe wird und warum manche Geheimnisse das Liebesleben bereichern.

„Es gibt dunkle Geheimnisse, und es gibt glückliche Geheimnisse“, schreibt der österreichische Autor Arno Geiger. Sein Geheimnis im aktuellen Roman ist ein gutes, ein skurriles, das ihn fröhlich macht. Er radelt nachts durch Wien und schaut im Müll anderer Leute, ob etwas Interessantes drin ist, etwas, das eine Geschichte erzählt. Anders ergeht es der Ich-Erzählerin bei Judith Herrmann im aktuellen Buch „Wir hätten uns alles gesagt“. Als Kind lasten auf ihr das Schweigen der Familie und die Geheimnisse über das im Krieg Erlebte. „Es gab die schweigenden Gebetsmühlen, viel lauter, geradezu dröhnend. Kriegsjahre, Nachkriegsjahre, Fragen von Schuld und Reue, Abgrund, Schrecken.“ Das Geheimnis wird zum Trauma, lässt den Vater im Alkoholrausch wüten und wirkt zerstörerisch auf die ganze Familie.

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