Weihnachtssession in der Stadthalle: Action auf der Bühne, Partylaune davor. Foto: Bernd Epple

Die 43. Sindelfinger Weihnachtssession steht am 26. Dezember an – und ist ein Muss für alle Heimkehrer und Dagebliebenen. Ob das beliebte Event weiterhin in der Stadthalle stattfinden kann, ist ungewiss.

Die Weihnachtssession gehört zu den beliebtesten Treffpunkten an den Feiertagen im Landkreis. Nicht nur, dass sich in der Sindelfinger Stadthalle die „Local Heroes“ der Musikszene treffen, sondern auch alte Freunde und Bekannte, die sich lange nicht mehr gesehen haben. Viele von ihnen hat es im Laufe der Jahrzehnte in alle Windrichtungen geweht. Heiligabend und Weihnachten gehören oftmals noch den Eltern und Verwandten, doch am zweiten Weihnachtsfeiertag heißt es gerne: ab in die Stadthalle zur Weihnachtssession.

Seit der Premiere im Jahr 1979 im Foyer der Stadtbibliothek hat sich das Event zur festen Tradition entwickelt, war nach wechselnden Veranstaltungsorten einige Jahre in der Klosterseehalle untergebracht, ehe die Session 2006 in die Stadthalle umzog. Ob das in Zukunft so bleibt, ist fraglich. „Die Kosten für die Stadthalle sind um 30 Prozent gestiegen“, kritisiert Joachim „Jokes“ Pflieger, der von Beginn an zum Organisatorenteam gehört und Vorsitzender des Weihnachtssession-Vereins ist, „das können wir nicht mehr stemmen.“ Ein Problem, mit dem die Macher sicher nicht alleine dastehen, sondern das vielen Vereinen Kummer macht – weshalb das Thema zuletzt auch im Kulturausschuss des Gemeinderats behandelt wurde. Eine weitere Finanzierungslücke entsteht für Pflieger und Co., weil manche der treuen Sponsoren diesmal ihre Unterstützung einschränken mussten. „Einige mussten die Corona-Überbrückungshilfe zurückzahlen und konnten uns nicht helfen“, erläutert Pflieger.

Dabei treten alle Musiker unentgeltlich auf, der Eintrittspreis soll überschaubar bleiben, und der Erlös der Veranstaltung wird seit jeher sozialen Zwecken gespendet. Die Beratungsstelle gegen sexuelle Gewalt „Thamar“, „Nachbarn in Not“ und der Kinderschutzbund sollen diesmal die Empfänger sein. Wenn die Kosten allerdings derart steigen, dass die Organisatoren befürchten müssen, ins Minus zu rutschen, wird die Veranstaltung unsinnig. Müssen sich die Veranstalter also für das kommende Jahr nach einer neuen Location umsehen, oder findet sich eine Lösung bezüglich der hohen Mietkosten in der Stadthalle? Allen finanziellen Sorgen zum Trotz hat das Orgateam einmal mehr seine Kontakte spielen lassen und viele spannende Bands zum Mitmachen bewogen.

Nach dem eigentlichen Session-Part ab 18.30 Uhr treten Bands wie Groove 4 Friends, Buffalo Bones und Rocxus auf, den Abschluss machen Voevoe alias Vivianne Küting und die obligatorische „Point of View Session Band“ mit zehn Bläsern. Mit SWR-Bigband-Saxofonist Andi Maile, der einst am Albert-Einstein-Gymnasium in Böblingen sein Abitur gemacht hat, konnte man einen dicken Fisch an Land ziehen. Der ehemalige Landesjazzpreisträger wird mit dem Sindelfinger Bassistenfreund Branko Arnsek, Lutz Groß (Schlagzeug) und Joachim Scheu (Piano) die Halle rocken, oder besser gesagt jazzen. Bis weit nach Mitternacht spielen die Bands – und im Foyer läuft das Parallelprogramm: sich wiedersehen und plaudern.

Karten Die 43. Sindelfinger Weihnachtssession findet statt am Dienstag, 26. Dezember, ab 18.30 Uhr in der Stadthalle (Schillerstraße 23). Karten beim i-Punkt am Marktplatz oder über die Homepage www.weihnachtssession.de.