Ein Lokführer steigt am Berliner Hauptbahnhof in seinen Führerstand. Foto: dpa/Christoph Soeder

Der Tarifkonflikt zwischen der Deutschen Bahn und der Lokführergewerkschaft GDL eskaliert weiter. Eine baldige Lösung rückt so in immer weitere Ferne - und das ist schlecht für die Fahrgäste. Die GdL fordert weniger Arbeitszeit und mehr Lohn. Doch wie viel verdient man überhaupt als Lokführer?

Die Gewerkschaft Deutscher Lokführer (GdL) ist am Mittwoch in eine neue Warnstreik-Runde bei der Deutschen Bahn gestartet - der ersten im Jahr 2024.

Was fordert die GdL?

Die GdL fordert in den laufenden Tarifverhandlungen mit der Deutschen Bahn (DB) mindestens 555 Euro zusätzlich pro Monat sowie eine Prämie zur Kompensation der Inflation. Darüber hinaus plädieren die Gewerkschafter für eine Arbeitszeitverkürzung auf 35 Wochenstunden bei vollem Lohnausgleich für Schichtarbeiter.

Neben der GdL vertreten auch die EVG (Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft) sowie Verdi (Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft) die Bahnmitarbeiter. Da sie für weitere Berufsgruppen zuständig sind, handeln sie zudem auch andere Tarifverträge aus.

Wie hoch ist das Gehalt eines Lokführers?

Das Gehalt eines Lokführers hängt laut GdL-Tarifvertrag von seiner Ausbildung, Berufserfahrung und Verantwortung ab. Aktuell gibt es vier Tarifgruppen – sogenannte Entgeltgruppen – für Lokführer. Nach dem derzeit gültigen Bundesrahmentarifvertrag erhalten Lokführer rund 2700 bis 3800 Euro brutto im Monat. Das Nettogehalt hängt von der Steuerklasse ab, bei Steuerklasse 4 bleiben rund 1800 bis 2400 Euro am Monatsende übrig.

Führungskräfte können laut Bundesrahmentarifvertrag mehr verdienen – abhängig von der Berufserfahrung rund 3600 bis 4300 Euro brutto.

Je nach Berufserfahrung und konkreter Aufgabe sind das pro Jahr – Zulagen und Weihnachtsgeld inklusive – rund 40 000 bis 52 000 Euro brutto.

Was verdienen andere Beschäftigte der Deutschen Bahn?

  • Fahrdienstleiter: rund 36 000 bis 54 500 Euro (jeweils brutto pro Jahr)
  • Gleisbauer: rund 37 000 bis 47 000 Euro
  • Zugbegleitdienst (Kundenbetreuer, Zugbetreuer, Zugchef): rund 37 000 bis 50 000 Euro
  • Bordgastronomie: rund 33 500 bis 40 500 Euro
  • Reiseberater: rund 33 000 bis 41 500 Euro

Wie läuft die Ausbildung bei der Bahn ab?

  • Ausbildung: "Eisenbahner im Betriebsdienst, Fachrichtung Lokführer und Transport" heißt die dreijährige duale Berufsausbildung. Bewerber müssen mindestens einen Hauptschulabschluss haben. Auch Quersteinsteiger und Branchenfremde werden gesucht. Die sogenannte Funktionsausbildung beträgt dann nur zehn Monate. Voraussetzung ist eine abgeschlossene, möglichst technische Berufsausbildung.
  • Voraussetzungen: Die Arbeit als Lokführer stelle besondere Anforderungen an die mentale und psycho-physische Leistungsfähigkeit, beschreibt die Deutsche Bahn die Tätigkeit. Deswegen gibt es eine Tauglichkeitsuntersuchung beim Betriebsarzt, die regelmäßig wiederholt wird.
  • Verdienst: Ein Auszubildender verdient – je nach Ausbildungsjahr – rund 1000 bis 1200 Euro im Monat. Dazu kommen Weihnachtsgeld in Form einer 13. monatlichen Ausbildungsvergütung und gegebenenfalls Zulagen. In der Funktionsausbildung verdient ein zukünftiger Lokführer inklusive Weihnachtsgeld rund 30 000 pro Jahr. Zulagen entstehen durch Arbeit in der Nacht, am Wochenende und an Feiertagen.
  • Entwicklungsmöglichkeiten: Meister(in) für Bahnverkehr, Fachwirt(in) für den Bahnbetrieb, Disponent(in), Führungskraft für Triebfahrzeugführer(innen), Ausbilder(in) oder Trainer(in).

Welche Aufgaben haben Lokführern?

Lokführer arbeiten direkt mit und an den Zügen. Sie sind dafür verantwortlich, die verschiedenen Loks der DB zu fahren, Wagen und Bremsanlagen zu prüfen, Zugeinheiten an- und abzukuppeln sowie mit Hilfe von Handsignalen oder Funkkontakt zu rangieren.

Ob bei Rangier- oder Passagierfahrten: Damit die Sicherheit der Mitarbeiter und Mitfahrer gewährleistet werden kann, müssen sich Lokführer bei ihrer Einstellung einem Eignungstest unterziehen. Dabei werden Seh- und Hörvermögen getestet und ein allgemeiner körperlicher sowie ein psychologischer Check durchgeführt.

Nachwuchs-Lokführer sind gesucht, es gibt viele unbesetzte Stellen. Das hängt auch mit den Arbeitsbedingungen zusammen: Die Lokführer arbeiten im Schichtdienst, der Beruf ist körperlich und psychisch fordernd.