Das Beste aus Böblingen.
Mit KRZ Plus unbegrenzt Inhalte des Böblinger Boten lesen.
Das Beste aus Böblingen. Mit KRZ Plus unbegrenzt Inhalte des Böblinger Boten lesen.

Anzeige

Gesundheit&Umwelt

5 Tipps fürs Waschen von Pflegebedürftigen

Die pflegebedürftige Mutter oder den Partner waschen - bei dieser Aufgabe können sich gerade am Anfang Berührungsängste und Unsicherheiten melden. Pflegeexperten erklären, worauf es ankommt.

5 Tipps fürs Waschen von Pflegebedürftigen

Hilfsmittel machen auch das Waschen von Pflegebedürftigen einfacher. Foto: picture alliance/dpa/Nicolas Armer

Jeden Tag den ganzen Körper des pflegebedürftigen Angehörigen waschen oder abduschen? Aus hygienischer Sicht ist das kein Muss. Eine tägliche Reinigung von Gesicht und Intimbereich können ausreichen, wie es vom Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) heißt.

Wenn Angehörige diese Aufgabe übernehmen - was ist dann wichtig? „Neben Einfühlungsvermögen, Verständnis und Geduld braucht es dafür insbesondere Wissen über von grundlegende Fragen Hautgesundheit und -pflege sowie das richtige Vorgehen!, fasst Daniela Sulmann zusammen. Sie ist Pflegeexpertin und Geschäftsleiterin im Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP). Auf diese fünf Dinge können Angehörige dabei achten:

Selbstbestimmung

Wie möchte ich gewaschen werden, mit welchen Hilfsmitteln und mit welchen Pflegeprodukten? Diese Entscheidungen sollten bei der pflegebedürftigen Person liegen, Druck und Zwang sind tabu. Den Pflegeexperten zufolge ist es sinnvoll, Zeitpunkt und Vorgehen bei der Körperpflege vorab zu besprechen.

Die Person möchte sich selbst waschen? Pflegende Angehörige sollten versuchen, das möglich zu machen - auch wenn das vielleicht deutlich länger dauert.

Stress herausnehmen

Niemand fühlt sich wohl, wenn es im Badezimmer eisig kalt ist oder zieht. Gute Vorbereitung, wie das Aufdrehen der Heizung, kann daher Stress herausnehmen. Dazu gehört auch, vorab einen Toilettengang einzuplanen.

Bei der Körperpflege selbst rät das ZQP dazu, nur Körperteile zu entkleiden, die in dem Moment auch gereinigt werden. Der Rest des Körpers bleibt angezogen oder wird mit einem Badetuch abgedeckt. Denn für viele Pflegebedürftige ist Scham in so einer Situation ein großes Thema.

Hygieneregeln beachten

Das fängt bei Reihenfolge an, die nicht nur für das Waschen, sondern auch für das Eincremen gilt: Erst sind Gesicht, Ohren, Hals und Brust dran, dann Arme, Hände, Bauch, Rücken, Achselhöhlen, Beine und Füße. Zum Schluss erst der Intimbereich. Apropos Intimbereich: Intimpflege sollte nur mit Einmalhandschuhen passieren. Auch wenn die pflegebedürftige Person infizierte Hautstellen hat, etwa einen Pilzbefall an den Füßen oder unter den Achseln, sind Handschuhe ein Muss, so das ZQP.

Was in Sachen Hygiene auch sinnvoll sein kann: Waschlappen und Handtücher in unterschiedlichen Farben für verschiedene Körperbereiche verwenden.

Passende Hilfsmittel

Sicher in die Dusche und bloß nicht ausrutschen! Es gibt Pflegehilfsmittel, die das Waschen sicherer und einfacher machen - stabile Haltegriffe neben Waschbecken und Dusche und rutschfeste Matten etwa.

Für die Intimpflege gibt es übrigens spezielle Aufsätze für die Badewanne, die im Intimbereich eine Aussparung haben.

Hautveränderungen

Ist die Haut rissig oder hat sie Verfärbungen? Die Körperpflege können Angehörige zum Anlass nehmen, sich die Haut näher anzuschauen. Denn durch langes Sitzen oder Liegen können bei pflegebedürftigen Menschen Druckgeschwüre entstehen. Rote oder dunkelblaue Verfärbungen der Haut, die beim Draufdrücken nicht heller werden, sind ein Anzeichen dafür.

Die Haut kann an den betroffenen Stellen auch ungewöhnlich warm, kalt, fest oder weich sein und auch Abschürfungen, Blasen, nässende Stellen oder Schorf aufweisen. Das ZQP rät beim Verdacht auf ein Druckgeschwür und bei anderen Hautproblemen dazu, pflegefachlichen oder ärztlichen Rat einholen.
dpa-tmn


Strategien im Umgang mit Demenz

Angehörige von Demenzerkrankten fragen sich: Was macht den Alltag leichter?

Nächtliche Unruhe, starker Bewegungsdrang, lautes Rufen, aggressives Verhalten das kann bei Menschen mit Demenz auftreten. Für Angehörige ist die Pflege oft eine Herausforderung. Doch manche Probleme lassen sich abmildern. Steht beispielsweise ein Mensch mit Demenz im Sommer mit einer Winterjacke vor einem, sollte man nicht schimpfen oder belehren. „Hilfreicher ist eine wertschätzende, verständnisvolle Kommunikation - auch wenn sie in manchen Situationen viel Geduld kostet“, so Marion Langhorst von der Deutschen Alzheimer Gesellschaft.

So könnte man etwa sagen: „Also mir wäre das heute ja viel zu warm. Aber wenn du meinst, dann probiere es aus.“ Häufig bemerken Patienten draußen schnell, dass die Winterjacke zu warm ist.

Orientierung bieten

Auch Rituale und ein fester Tagesablauf sind wichtig. „Menschen mit Demenz helfen Strukturen. Um ihnen Sicherheit im Alltag zu geben, sollten Angehörige Vertrautes bewahren“, rät Daniela Sulmann vom Zentrum für Qualität in der Pflege.

Trotz der Diagnose sollte man Menschen mit Demenz weiterhin viel zutrauen. „Es ist wichtig, dass Patienten weiter zum Sport gehen, Freunde treffen, an Ausflügen teilnehmen“, sagt Marion Langhorst. Denn was Körper und Geist anregt, Selbstständigkeit und Aktivität fördert, ist auch gut für die kognitiven Fähigkeiten.

Die Expertinnen raten, Patienten in den Alltag einzubinden. Das können kleine Aufgaben: bügeln, Tisch decken, Blumen gießen. „Dabei geht es nicht um das Ergebnis, ob etwa die Blumen genügend Wasser haben oder die Wäsche richtig zusammengelegt ist, sondern um Teilhabe“, sagt Sulmann.

Gemeinsam Alltag meistern

Pflegende Angehörige können den Alltag erleichtern, indem sie das Miteinander verändern. „Es bringt nichts, zu diskutieren, zu korrigieren oder etwas durchzusetzen“, so Sulmann. Menschen mit Demenz fühlen sich schnell bevormundet, dann reagieren sie gereizt oder aggressiv. Besser ist eine zugewandte Kommunikation. Statt zu sagen „Quatsch, heute ist doch gar nicht Mittwoch“, rät Sulmann: „Den korrekten Tag sanft ins Gespräch einfließen zu lassen.“ Und so einen Realitätsbezug herzustellen.

Stress sollte man vermeiden, weil er Symptome sogar verstärken kann. Oft hilft es, sich auf die Gefühlswelt der Patientin oder des Patienten einzulassen. „Gelingt es zu spüren, was die Person bewegt, besteht eine Chance, manches abzumildern“, sagt Sulmann.

Ursachen erkennen

Meist kann man Menschen mit Demenz besonders gut auf der Gefühlsebene ansprechen. Mit zunehmender Krankheit werden Berührungen und Umarmungen immer wichtiger. „Auch eine klare Körpersprache sowie das Vormachen von Tätigkeiten können helfen“, sagt Daniela Sulmann.

Da sich Stimmungen auf Menschen mit Demenz stark übertragen, sollten auch Angehörige sich möglichst wenig Stress machen. Im Alltag nicht immer einfach umzusetzen. „Humor hilft immer und eine gewisse Lockerheit im Umgang mit der Krankheit“, sagt Daniela Sulmann.
dpa-tmn

Neue Artikel
krzbb.de wurde gerade aktualisiert. Wollen Sie die Seite neu laden?