Mann stirbt bei Polizeieinsatz

Reanimation scheitert - Obduktion bleibt ergebnislos

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    Bei einem Einsatz wehrten sich Polizisten mit Pfefferspray gegen einen 45-Jährigen Symbolbild: Archiv

Artikel vom 17. September 2019 - 14:30

HERRENBERG (red). Am Sonntagmorgen kam es in Herrenberg zu einem Todesfall während eines Polizeieinsatzes. Laut Polizeibericht führten Beamte des Polizeireviers Herrenberg gegen 5.25 Uhr in der Raistinger Straße eine Verkehrskontrolle durch, zu der ein 45 Jahre alter, unbeteiligter Mann hinzukam.

Unvermittelt soll dieser die Polizisten zunächst verbal angegangen und beleidigt haben, um dann schließlich mit einem Motorradhelm nach ihnen zu schlagen. Aufforderungen der Beamten, dies zu unterlassen, ignorierte der Mann. Die Polizisten setzten laut Polizeibericht daraufhin Pfefferspray ein und brachten ihn zu Boden. Dem Mann wurden außerdem Handschließen angelegt. Als die Beamten Atemprobleme bei dem 45-Jährigen bemerkten, setzten sie ihn auf und nahmen ihm die Handschließen ab. Plötzlich kollabierte er, worauf die Polizisten unverzüglich mit den Reanimationsmaßnahmen begannen.

Als die alarmierten Rettungskräfte eintrafen, übernahm ein Notarzt die Reanimation, die jedoch erfolglos verlief. Nach Aussagen der Polizei starb der 45-Jährige noch am Einsatzort. Die Kriminalpolizei des Polizeipräsidiums Ludwigsburg hat die Todesfallermittlungen übernommen.

Von einem schuldhaften Verhalten der eingesetzten Beamten, die bis auf weiteres dienstunfähig sind, sei nicht auszugehen, heißt es in einer Presseerklärung der Polizei. Eine durch die Staatsanwaltschaft Stuttgart angeordnete Obduktion des Verstorbenen ergab am Dienstag, dass die Todesursache bislang abschließend nicht feststellbar ist. Eine medizinische Ursache erscheint jedoch wahrscheinlich. Es werden weitere Untersuchungen durchgeführt. Bei dem 45-Jährigen war eine psychische Erkrankung, die auch medikamentös behandelt wurde, bekannt.

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