Immer mehr Busse fahren elektrisch

Land bewilligt Förderung für mehr als 100 Elektro- und Hybridbusse - Pflieger in Böblingen bekommt acht Fahrzeuge bezuschusst

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    Immer mehr Busunternehmen im Land investieren in klimafreundliche Antriebsformen. Auch Pflieger setzt auf Hybridbusse Foto: Eky Eibner
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Busunternehmen in Baden-Württemberg setzen zunehmend auf klimafreundliche Antriebsformen. Zu diesem Ergebnis kommt das Verkehrsministerium angesichts der zahlreichen Anträge auf Förderung für Hybridbusse, die seit Anfang 2019 eingegangen sind. Auch Pflieger, der den Stadtverkehr in Böblingen und Sindelfingen betreibt, setzt darauf.

Artikel vom 13. September 2019 - 15:30

KREIS BÖBLINGEN (red). Über das Förderprogramm "Landesinitiative III Marktwachstum Elektromobilität BW" unterstützt das Land seit 2014 Unternehmen und Institutionen, in die Elektromobilität zu investieren - so auch Busunternehmen. Diese rufen das Förderprogramm besonders stark ab - seit Januar 2019 bewilligte das Ministerium fast 20 Anträge über mehr als 100 Elektro- und Hybridbusse.

Für den Amtschef des Verkehrsministeriums Uwe Lahl ist dies ein deutliches Zeichen dafür, dass sich Elektromobilität im öffentlichen Nahverkehr zunehmend durchsetzt: "Es freut mich sehr, dass unser Förderprogramm bei den Busunternehmen im Land so gut ankommt. Der Busverkehr muss und kann schnell klimaneutral werden und einen deutlichen Beitrag dazu leisten, unsere Städte und Gemeinden von Schadstoffen zu entlasten. Ich sehe Busunternehmen hier auch in einer Vorreiterrolle."

Förderbescheide gingen zum Beispiel an das Ludwigsburger Unternehmen LVL Jäger GmbH, das allein für 50 Hybridbusse Zuschüsse bewilligt bekommen hat. Auch das Böblinger Unternehmen Pflieger Reise- und Verkehrs GmbH investiert mit acht Hybridbussen deutlich in die Umrüstung seiner Flotte. In gleicher Anzahl beantragten die Stadtwerke Tübingen Fördermittel für Hybridbusse. Weitere Bescheide gingen unter anderem an Firmen in Göppingen, Oberderdingen und Freudenstadt.

Lahl verwies auf eine erfreuliche Entwicklung, wonach die Mehrkosten für Hybridbusse, im Vergleich zu einem konventionellen Fahrzeug weiterhin sinken. Somit würden die Busse für Unternehmen wirtschaftlich zunehmend attraktiver werden, sagte der Amtschef. Hatten die Mehrkosten für Vollhybridbusse 2012 noch 85 000 Euro betragen, so liegen sie aktuell nur noch bei 45 000 Euro. Deswegen fördert das Ministerium seit dem 1. Mai nur noch Busse mit ausschließlich elektrischem Antriebsmotor - also vollelektrische Busse, Plug-In-Hybride und Hybridbusse. Das Förderprogramm bezuschusst 50 Prozent der Mehrkosten. Sogenannte Mild-Hybridbusse, also Busse, bei denen der Diesel-Antriebsmotor nur beim Anfahren kurz elektrisch unterstützt wird, sind hingegen nicht mehr förderfähig.

Mehrkosten für Hybridbusse sinken immer weiter

Busunternehmen in Baden-Württemberg, die einen Förderantrag für E-Busse bei einem Förderprogramm des Bundes erfolgreich gestellt haben, können zusätzlich in den Genuss einer Landesförderung kommen: Neben der eingangs genannten Förderung zur Anschaffung von Hybridbussen können Verkehrsunternehmen eine Landesförderung für Betriebs- und Unterhaltungskosten beantragen. Das Land fördert hier bis zu 10 000 Euro. Zusätzlich winkt eine sogenannte "Early-Bird-Prämie" in Höhe von 5000 Euro. Diese erhalten Antragsteller, die besonders schnell dem nächsten Programmaufruf der Bundesregierung folgen.

Zudem stellt das Verkehrsministerium einen Beratungsgutschein im Wert von 2500 Euro zur Verfügung. Damit unterstützt es Unternehmen, die bei der Integration von E-Bussen in den laufenden Betrieb beratende Unterstützung benötigen. Bisher konnten bereits vier Unternehmen von dieser Förderung profitieren.

Mehr unter http://www.elektromobilität-bw.de.

  Hybridfahrzeug
  Hybridfahrzeuge vereinen unterschiedliche Antriebsquellen in einem Fahrzeug: zumeist einen Verbrennungsmotor und einen Elektromotor. Der Antrieb ist also "hybrid". Der Verbrennungsmotor spielt seine Stärken aus, wenn Kraft, Geschwindigkeit und hohe Reichweiten gefordert sind. Er erzeugt allerdings Abgas- und Lärmemissionen und hat eine schlechte Energiebilanz. Der Elektromotor fährt abgasfrei und nahezu lautlos, verfügt allerdings über geringere Reichweite. Die Hybridtechnologie verknüpft die zwei Antriebsarten und verbindet zwei Motoren über ein Steuergerät. Hinzu kommt ein Generator, der die Batterien für den Elektroantrieb im laufenden Betrieb auflädt.