Viel zu sehen in Böblinger Museen

Sonderschauen haben geöffnet

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    Ausstellung zum Mauerfall im Bauernkriegsmuseum Foto: S. Schlecht

Artikel vom 16. August 2019 - 16:36

BÖBLINGEN (red). Auch in den Sommerferien machen die Böblinger Museen keine Pause. Alle drei Sonderausstellungen sind zu den üblichen Öffnungszeiten zu sehen.

"Wende in Wandlitz": Das Bauernkriegsmuseum widmet sich bereits seit seiner Gründung in zahlreichen Sonderausstellungen dem Wunsch der Menschheit nach Freiheit, Demokratie, Selbstbestimmung und gegen jede Form von Unterdrückung und "Versklavung". Glücklicherweise darf man aber in der deutschen Geschichte nicht nur auf gescheiterte und blutige, sondern auch auf erfolgreiche, gewaltlose Revolutionen - wie die von 1989/1990 - zurückblicken. Für die Bevölkerung der DDR war dabei ein Blick in das Zentrum der DDR-Mächtigen und damit hinter die Kulissen von größtem Interesse. Umgehend wollten Medien und Bevölkerung sich im November 1989 Klarheit darüber verschaffen, wie ihre prominenten Politiker in der Waldsiedlung Wandlitz gelebt hatten. "Wandlitz" war dabei zur Chiffre einer Staatsmacht geworden, über die man bisher nur hatte spekulieren können. Die Ausstellung bietet viele Denkanstöße. Sie richtet sich an alle Geschichts-, Gesellschafts- und Politik-Interessierten und ganz besonders auch an ältere Schüler und Studenten, die die Wendezeit nur theoretisch kennen.

"Moga Mobo: Das ewige Fleisch: Drei Berliner Comiczeichner mit süddeutschen Wurzeln haben seit dem 18. April das Deutsche Fleischermuseum mit einer raumgreifenden und raumfüllenden Sonderausstellung übernommen. Moga Mobo steht synonym für "Comix für alle!" und zwar gratis. Zur Sonderausstellung gibt es ein Gratis-Heft. In Heft und Ausstellung geht es - passend zum Ausstellungsort - um das "Fleisch" in allerlei Aspekten.

"Gesammelt. Geschenkt. Gewürdigt.": Im Jahr 2017 schenkte Gerhard Bleicher nach reiflicher Überlegung sein über mehrere Jahrzehnte gewachsenes Kunstkonvolut der Städtischen Galerie Böblingen. Diese konnte dadurch ihre bereits existierenden Bestände von Plastiken und Gemälden um zahlreiche Papierarbeiten bedeutsamer (südwest-)deutscher Künstler nicht nur ergänzen, sondern beträchtlich erweitern. Die Ausstellung zeigt im Galerie-Kabinett mehr als 150 Grafiken und Drucke von bedeutenden Künstlern aus Deutschland aus den Jahren 1900 bis 1940 zu sehen (darunter Ackermann, Dix, Grosz, Feininger, Kollwitz). Teilweise bedrückend, erschreckend geben die ausgestellten Werke eindrückliche Einblicke in die Zeit zwischen den beiden Weltkriegen.

Drei Museen, ein Eintritt: Ein Besuch in den Böblinger Museen während der Sommerferien kostet für Schüler und Studenten keinen Eintritt, Erwachsene bezahlen 2,50 Euro. Im Museum Zehntscheuer in der Pfarrgasse 2 sind das Deutsche Bauernkriegsmuseum und die Städtische Galerie beheimatet, das Deutsche Fleischermuseum befindet sich auf dem Marktplatz. Öffnungszeiten sind jeweils mittwochs bis freitags von 15 bis 18 Uhr, samstags von 13 bis 18 Uhr und sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Montags und dienstags sind die Museen geschlossen.

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