Schüler stellen ihr digitales Stehcafé vor

Startschuss für den Digitalpakt an der Gottlieb-Daimler-Schule 2 in Sindelfingen

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Artikel vom 10. Dezember 2019 - 19:24

SINDELFINGEN (red). Schülerinnen und Schüler des Technischen Gymnasiums Umwelttechnik (TGU) eröffneten ihr digitales Stehcafé anlässlich des pädagogischen Tages an der Gottlieb-Daimler-Schule (GDS) 2 und zeigten dem Kollegium, was sie in den letzten Jahren an der Schule gelernt haben.

Nazar Petruniv hat zum Beispiel mit Book Creator ein multimediales E-Book zur Almeria-Klassenfahrt erstellt. Maximilian Maier würde gerne das Klassenzimmer ab und zu mittels Touchcast Studio in ein virtuelles Fernsehstudio verwandeln. Joel Weiß erklärte, wie man mit Adobe Spark Page einen Blog aufsetzt: "Damit kann man auch präsentieren, es muss ja nicht immer Power Point sein", so Joel professionell.

Es ist nicht verwunderlich, dass die GDS 2 in Sachen Digitalisierung gut aufgestellt ist, war sie doch eine der ersten Schulen in Baden-Württemberg, die in einem Pilotprojekt Schüler des TGU mit Tablets ausstatten konnte. Inzwischen haben viele GDS-2-Schüler Zugang zu dieser Technik und der Einsatz von Tablets gehört zum Unterrichtsalltag.

"Das Erstellen eines Medienentwicklungsplans, Voraussetzung für Schulen, um Geld aus dem Digitalpakt abrufen zu können, verlief deshalb an der Schule geräuschlos und integriert in weitere Entwicklungsprozesse", heißt es in einer Pressemitteilung des GDS 2. Nun wird an einem schuleigenen Medienbildungskonzept gearbeitet. Startschuss dazu war der pädagogische Tag, an dem der Referent Andreas Hofmann, ehemaliger Lehrer, jetzt Medienberater, das GD-S2-Kollegium weiterbildete. Zuerst gab er einen Überblick über die Bildungsrevolutionen der letzten Jahre - von den Sprachlaboren über die Einrichtung von Computerräumen bis hin zu der Anschaffung von Whiteboards. Nach seiner Ansicht biete der Einsatz von Tablets aber viel größere Chancen. Kollaborativ arbeiten, Arbeitsvorgänge digitalisieren, Präsentationstechniken verbessern und die Kommunikation intensivieren, damit gebe man den Schülern das Rüstzeug für die Zukunft in die Hand, so Hofmann.

Mit der Digitalisierung verändere sich der Unterricht grundlegend. Das stelle auch hohe Anforderungen an die Lehrer, die sich weiterbilden und viel besser vernetzen sollten. Aber auch die Rahmenbedingungen stimmten nicht immer. Arbeiten die Schüler kollaborativ, könne man keine konventionellen Klassenarbeiten und Prüfungen mehr schreiben. Das Saarland und Hamburg hätten jetzt begonnen, die Prüfungsformate zu ändern und akzeptierten zum Teil Gemeinschaftsarbeiten.

Am Schluss gab er den GDS-2-Lehrern konkrete Tipps mit auf den Weg und ermunterte sie: "Freuen Sie sich auf die Herausforderungen und Chancen." Schulleiterin Karin Bieber-Machner ist überzeugt, dass dieser pädagogische Nachmittag im Kollegium viele weitere Diskussionen - sicher auch kritische - angezündet hat: " Die Digitalisierung in der Bildung ist ein wichtiges Schulentwicklungsthema, und ich freue mich über die breite Auseinandersetzung und die Fortbildungsbereitschaft der Kolleginnen und Kollegen."

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