Mobilitätswandel nur mit radikal anderen Denkansätzen

Leserbrief vom 11. Dezember 2019 - 18:06

Zum Artikel "Hunderte Leiharbeiter bei Daimler bangen um ihre Jobs" vom 26. Februar

Am 22. November inszenierte die IG Metall eine Demo gegen Arbeitsplatzabbau. Den fertigen Leserbrief mit obigem Bezug habe ich seinerzeit nicht abgeschickt. Weil er jetzt besser passt - oder? Seinerzeit Krokodilstränen beim Daimler-Betriebsrat und die Empfehlung, sich doch bei Porsche zu bewerben. Mit 32 000 Bewerbungen bei Porsche muss diese Empfehlung doch große Runden drehen. Dem Sankt-Florians-Prinzip hörigen Beschäftigten steht daher null Solidarität zu. Ich wiederhole null! Zur Feststellung: "Dies war 2008/09 auch nicht anders". Schön zu sehen wie die mit Gesinnungswacht ausgelastete IG Metall und mit Massageraum ausgestattete tarifliche Belegschaft die Folgen der E-Mobilität nicht erfassen können. Nun, ich betätige mich mal als Orakel. Die IG Metall und ihre Anhänger brauchen sich nicht einzubilden, ich würde ein von tariflich Beschäftigten aus 150 Nationen zusammen genageltes Elektro-Ei kaufen nur weil die Fabrik in Deutschland steht. Ein Elektro-Ei hat den Stellenwert eines Flachbildschirms, so und nicht anders spielt die Musik. Zur Verfahrenstechnik einer E-Lok werden 400 Stellen zur Entwicklung und danach noch 100 Stellen für den Feinschliff benötigt und dann ab zum weltweit billigsten Jogi-Prinzip siehe Adidas Speed-Factory.

Der "Böblinger Kreistag" kann seine Exkursionen ins Ruhrgebiet verlagern. In der Kreiszeitung vom 25. November wird die Brennstoffzelle hervorgekramt. Da wurde schon vor circa 20 Jahren rumgedoktert - toll. Ein technischer Mobilitätswandel - nach weit über 100 Jahren Bahn/Auto - hat nur mit radikalen Denkansätzen Sinn.

Doch wer Kernkraft abschaltet, mit dem ist nicht über 5G zu reden. Und wer noch dazu Kohle abschaltet, der ist beim Ochsenfuhrwerk besser aufgehoben. Technologie in Deutschland ist vermutlich nur auf Sonderbedingungen des 20. Jahrhundert zurückzuführen. Also, her mit dem Kamel! Übrigens habe ich jetzt ein Kernkraftwerk im Betrieb besichtigt, ihr könnt abschalten - aber sofort und das Blechschild nicht vergessen.

Joachim Gackenheimer, Weil der Stadt