Von Anfang an Fehlkonstruktion

Leserbrief vom 10. Dezember 2019 - 15:54

Zum Artikel "Ich habe auch oft ein mulmiges Gefühl" vom 7. Dezember über die vielen Unfälle auf der B 464

Die B 464 war schon von Anfang an durch deren einspurigem Ausbau eine Fehlkonstruktion. Dass diese Lösung die Ursache für die - meist unschuldigen - Toten und Verletzten ist, sollte jedem am Entscheidungsprozess Beteiligten inzwischen einleuchten. Es gibt auf der Strecke (sehr viel befahren, langsame Lastwagen, unübersichtliche Kurven) immer Situationen, bei denen Fahrerinnen und Fahrer die Lage falsch einschätzen und überholen, weil sie es eilig haben. Um die Lage zu entschärfen, sind vorerst mindestens Überholspuren an bestimmten, unübersichtlichen Stellen erforderlich. Ein zweispuriger Ausbau sollte jedoch folgen und bei der Realisierung eingeplant werden.

Denn: Sobald die Bautätigkeit für die Flugfeldklinik begonnen wird, sind zusätzlich Baufahrzeuge für die Klinik auf der B 464 zu erwarten. Nach Fertigstellung der Klink werden Krankentransporte die B 464 wesentlich mehr nutzen. Wenn mehr batteriebetriebene Autos fahren, wird die Gefahr durch Brände höher, wodurch eine Fahrspur für längere Zeit blockiert wird. Anstatt eine neue Autobahnzufahrt wenige Meter von der alten entfernt zu errichten, sollte man das Geld zu Verbesserung der B 464 ausgeben. Bei zweispurigen Fahrbahnen sind verkehrsregulierte Geschwindigkeitsbegrenzungen und eventuell daran gekoppelte Radarüberwachungen sicher keine schlechte Lösung. Dann haben größere Unfälle Seltenheitswert, trotz des höheren Verkehrsaufkommens. Auf jeden Fall muss endlich mal gehandelt werden, um zeitnah die Planung für eine zukunftsgerechte Lösung zu erstellen. Bürokratie darf Menschenleben nicht unnötig gefährden.

Kurzfristig würden verkehrsgesteuerte Geschwindigkeitsregelungen und auch gut gekennzeichnete Hinweisschilder helfen. Diese dürfen aber nicht dazu führen, die zukunftsorientierte Lösung auf den Sankt-Nimmerleins-Tag zu verschieben.

Peter Pressmar, Dagersheim