Klazz Brothers & Cuba Percussion sind im Anflug nach Sindelfingen

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    Bei Kilian Forster (2.v.r) und den Klazz Brothers klingt Klassik nach einem Urlaub auf Kuba. Karten fürs Konzert in Sindelfingen gibt es unter Telefon (0 70 31) 62 00 29 bei der Kreiszeitung Foto: Kellner

Artikel vom 12. Dezember 2019 - 17:42

Von Bernd Epple

SINDELFINGEN. Auf allen Kontinenten haben sie mit ihren Programmen schon gespielt. Denn der besondere Musikstil dieser Formation, die Verbindung von Klassik, Jazz und kubanischen Rhythmen, stößt auf weltweites Interesse. Die Truppe hat bereits den German Jazz Award eingespielt und wurde für den Grammy und mehrere Echo Klassik- Auszeichnungen nominiert.

Zwischen Ludwigsburg und Dresden legen die Herren aus Kuba, Kolumbien und Dresden am Sonntag um 19 Uhr in der Sindelfinger Stadthalle einen "Stopover" ein. In ihrem Gepäck befindet sich die Musik von Ludwig van Beethoven, die sie auf ihre Weise auspacken.

Beim Gesprächstermin mit der Kreiszeitung sitzt Kontrabassist Kilian Forster bereits im Taxi zum Flughafen, um rechtzeitig in Stuttgart anzukommen. Denn schon am Samstagabend geben die vielbeschäftigten Klazz Brothers & Cuba Percussion mit dem Jazz-Trompeter Joo Kraus ein Konzert in der Ludwigsburger Scala.

Herr Forster, auf wie viele Konzerte im Jahr bringt es Ihre Truppe?

Ich würde mal sagen, es werden wohl um die 80 sein. Das ist auch so ziemlich das Ende der Fahnenstange. Unser Pianist Bruno Böhmer Camacho lebt in Cali, circa 450 Kilometer südwestlich von Kolumbiens Hauptstadt Bogotá. Die beiden Perkussionisten Alexis Herrera Estevez und Elio Rodriguez Luis kommen aus Havanna. Die Kubaner haben in Deutschland zwar eine Aufenthaltserlaubnis, ihre Familien leben aber immer noch auf der Insel. Diesem Umstand geschuldet, können wir die Frequenz der Auftritte kaum noch erhöhen. Schließlich haben wir alle ja auch noch andere Projekte am Laufen.

Was machen Sie sonst noch?

Ich veranstalte zum Beispiel die Jazztage Dresden, die jährlich rund 40 000 Besucher anziehen und dann gibt es auch noch sinfonische Projekte.

Kommen Sie ursprünglich auch aus der Klassik?

Ja, ich habe lange mit dem Leipziger Gewandhausorchester gespielt, bevor ich mich nach der Begegnung mit der kubanischen Musik fast ganz dem Klassik-/Jazz-/Latin- Crossover verschrieben habe.

Wie sind Sie überhaupt darauf gekommen, mit den kubanischen Perkussionisten ein Projekt zu starten?

Wir haben uns im Jahre 2000 auf Kuba kennengelernt. Mit dem "Philharmonischen Jazzorchester Dresden" waren wir in Havanna. Das Auswärtige Amt hatte eine deutsch-kubanische Begegnung initiiert und das kubanische Kulturministerium hatte dazu unsere heutigen Perkussionisten ausgesucht. Das hat so viel Spaß mit denen gemacht, dass wir beschlossen, dass das keine Eintagsfliege bleiben darf.

Warum haben Sie sich nun für "Beethoven meets Cuba" entschieden?

Beethoven zu bearbeiten, ist für uns nicht neu. Teilweise haben wir auf ein altes Beethoven-Programm zurückgegriffen, aber haben es anlässlich von Beethovens 250. Geburtstag im kommenden Jahr völlig neu bearbeitet und auch neue Stücke arrangiert. An dieser Stelle muss Forster unterbrechen. Er drängt den Taxifahrer, sich etwas mehr zu sputen, damit er rechtzeitig am Flughafen ankommt (Anmerkung der Redaktion). Unsere anderen Programme stehen jetzt erst mal hinten an.

Wie würden Sie das umschreiben, was die Besucher am Sonntagabend in der Stadthalle erwartet?

Ein revolutionärer Beethoven, wie man ihn noch nie gehört hat.

Vielen Dank und viel Glück beim Erreichen ihres Fluges!

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