Die neunjährige Philippa Brunner aus Sindelfingen steht für das Musical Anastasia auf der Bühne

Es war einmal im Dezember

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Artikel vom 18. September 2019 - 17:30

SINDELFINGEN. Die Reise startet im russischen Zarenreich und reicht bis hin zum farbenfrohen Paris der 1920er Jahre. Das Musical Anastasia haucht Leben in die Geschichte von Anastasia Nikolajewna Romanowa - der vermutlich einzigen Überlebenden aus der Zarenfamilie, die während der bolschewistischen Revolution im Jahr 1917 ums Leben kam. Damit endete das 300 Jahre währende Zarenreich. Im Musical trennen sich auf der Flucht vor den Revolutionären die Wege von Anastasia und ihrer Großmutter - eine lebenslange Suche nach ihrer Familie beginnt.

Seit Mitte Juni steht sie auf der Bühne

Als junge Anastasia steht Philippa Brunner aus Sindelfingen auf der Stuttgarter Bühne. Doch neben dieser Hauptrolle schlüpft die junge Schauspielerin auch in andere Rollen: Sie spielt den Bruder Anastasias und einen Jungen, der im Trubel der Revolution am Bahnhof steht. "Deshalb muss ich mich zwischen den Szenen schnell umziehen", erzählt die Neunjährige. "Da stehe ich dann da wie ein Ampelmännchen, und drei Leute ziehen mich an und setzen mir die Perücke auf", sagt sie und lacht. Seit Mitte Juni steht sie auf der Bühne - mit sichtlicher Begeisterung. Das Musical feierte im November des vergangenen Jahres seine Premiere. Zu diesem Zeitpunkt war Philippa jedoch noch zu jung, um mitzumachen.

Im Januar dieses Jahres wurde sie jenoch mal zu den Bewerbungsrunden eingeladen und lernte dabei Tänze, Lieder und Texte. Im März wurde sie schließlich mit sechs weiteren Kindern für die Kinderrollen im Musical ausgewählt. Einmal pro Woche übte Philippa dann für drei Stunden Singen, Tanzen, und Schauspielern. "Singen und schauspielern macht mir am meisten Spaß", sagt sie.

Warm-up und dann ab in die Maske

Rund eineinhalb Stunden vor Beginn der Aufführung muss Philippa im Stage Palladium Theater in Stuttgart sein. In der Kantine wartet dann schon ihr Betreuer oder ihre Betreuerin für den Abend. Dann geht es zunächst zum Warm-up, wo Philippa tanzt und singt. Dann geht es weiter in die Maske: Ihre langen, blonden Haare werden unter einer Perücke versteckt, das Mikrofon an ihrer Stirn befestigt und das Make-up aufgetragen.

Bis zum Schluss bleibt Philippa da, sodass sie für den Applaus noch einmal auf die Bühne kann. Sie wird in der Wartezeit betreut und kann sich in der Kantine die Zeit vertreiben. "Da gibt's dann auch Eis und Donuts", erzählt die Kinderdarstellerin. "Alle sind total nett, ich bin sehr gerne dort", fügt sie hinzu. Doch ihre Lieblingsdarstellerin ist ohne Zweifel Judith Caspari, die die Anastasia spielt und ihr großes Vorbild ist.

Nervös ist sie während der Auftritte nicht mehr. "An der Premiere war ich nervös, als ich dann auf der Bühne stand", sagt sie. Doch mittlerweile ist jegliche Aufregung verflogen, und sie genießt die Zeit auf der Bühne.

In der letzten Sommerferienwoche hat Philippa sich ebenfalls mit der Schauspielerei beschäftigt: Seit vier Jahren nimmt sie bereits am Kinder-Theaterworkshop teil, den das Amt für Kultur zusammen mit der Sindelfinger Kinderfilmakademie veranstaltet.

Dort führten sie ein Theaterstück über die Gebrüder Grimm auf. Sobald sich für die Viertklässlerin wieder eine Gelegenheit bietet, wird sie auf der Bühne stehen. Bis Oktober ist sie noch als junge Anastasia in Stuttgart zu sehen.

Info

Wer Philippa noch in ihrer Rolle als junge Anastasia im Musical Anastasia im Stage Palladium Theater sehen will, hat an folgenden Terminen noch die Chance dazu: Mittwoch, 25. September, Donnerstag, 3. Oktober, und Mittwoch, 9. Oktober.