Überfall auf Uhrenhändler: Versicherungsbetrug vermutet

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    Das Landgericht Memmingen. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/Archivbild

Artikel vom 24. Januar 2020 - 17:28

Memmingen (dpa/lby) Im Prozess um einen Raubüberfall auf ein Uhrenhändler-Ehepaar geht die Verteidigerin des Angeklagten von einem Versicherungsbetrug aus. Sie fordere deshalb einen Freispruch, sagte Anwältin Iris Passek am Freitag vor dem Landgericht Memmingen. In dem knapp drei Stunden langen Plädoyer hegte sie Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Opfer sowie an der Ermittlungsarbeit einzelner Polizisten. Passek geht von einem geplanten Überfall aus, von dem der geschädigte Uhrenhändler gewusst haben soll, um von einer Versicherung an Geld zu kommen.  Die Staatsanwaltschaft schließt einen fingierten Raubüberfall und Versicherungsbetrug aus. Es gebe mehrere Anhaltspunkte, dass sich der 37-jährige Angeklagte am Tatort aufhielt. Staatsanwalt Thomas Hörmann plädierte daher wegen gemeinschaftlichen schweren Raubes für eine Freiheitsstrafe von 6 Jahren und 6 Monaten. Dem Angeklagten wird vorgeworfen, im Juli 2013 an einem Einbruch im privaten Haus eines Uhrenhändlers in Vöhringen (Landkreis Neu-Ulm) beteiligt gewesen sein. Dabei wurden wertvolle Uhren, Bargeld und weitere Gegenstände in Höhe von knapp 700 000 Euro erbeutet.