Wie Live-Streaming die Welt der Online Spiele verändert

Durch die Cloud-Technologie genügt eine starke Internetleitung für flüssiges Gaming

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    Auch die Computerspiele wandern nach und nach in die Cloud. Bildquelle: 2247188 - pixabay.com

Von Steffen Blum

Artikel vom 16. Oktober 2019 - 13:00

Kalte Nächte, regnerische Wochenende: Keine Frage, in Böblingen steht der Herbst vor der Tür. Und während einige noch dem Sommer nachtrauern, freuen sich andere auf Nachmittage und Wochenende zuhause vor der Spielkonsole. Rechtzeitig zum Beginn der kälteren Jahreszeit zeichnet sich ein neuer Mega-Trend am Spielehimmel ab: Cloud-Gaming.

Denn während sich einige Spieler noch darüber ärgern, jede Saison neue Geräte kaufen zu müssen oder die Leistungen ihres PCs verbessen zu müssen, könnte dies durch das Live-Streaming von Videospielen bald vorbei sein. Denn für das Cloud Gaming brauchen Spieler keine leistungsstarken Computer oder Konsolen mehr, sondern nur eine stabile Internetverbindung. Wird sich das bei der breiten Masse durchsetzen?

So funktioniert Cloud Gaming

Cloud Gaming bedeutet, dass Videospiele auf einem externen Server laufen, den man mittels einer Internetverbindung erreichen kann. Spieler soll dadurch auch der Kauf von Konsolen und die Aufrüstung von PCs erspart bleiben, denn ähnlich wie bei Onlinespielen ist der Server für die Grafik- und Systemleistung verantwortlich.

Spiele in Echtzeit kennt man auch, wenn man gerne Fußball schaut und dabei etwas Geld auf die Lieblingsmannschaft setzt. Denn Wetten finden schon längst in Echtzeit statt und erlauben es Spielern während eines Live-Matches darauf zu setzen, welche Mannschaft den nächsten Eckball oder das nächste Tor schießen wird.

Die Herausforderung beim Live-Streaming für Videospiele ist es jedoch, das Spiel trotz örtlicher Distanz so flüssig wie möglich zu gestalten, damit die Spieler keine Verzögerungen hinnehmen müssen. Doch obwohl die Technologien in den letzten Jahren verbessert wurde, ist Cloud Gaming aus diesem Grund besonders für professionelle Spielen noch keine Alternative.

Live-Streaming Angebot wächst

Prognosen zeigen, dass der globale Live-Streaming-Markt in den nächsten fünf Jahren um 17,80 Prozent wachsen soll. Diese Zahlen gelten jedoch nicht nur für die Spieleindustrie, sondern auch für On-Demand-Angebote und Videodienste.

Im Bereich des Cloud Gamings gibt es bereits einige Streaminganbieter wie Steam, GeForce Now, Playstation Now und Blade Shadow am Markt.

Doch da das Cloud Gaming und damit auch Streamingdienste noch in den Kinderschuhen stecken, erwartet die Branche in den nächsten Monaten einige Neuerungen. Sowohl Apple als auch Google gehen diesen Herbst mit eigenen Streamingdiensten online, die das Gamerherz höherschlagen lassen sollen. Apple startet mit Apple Arcade im November 2019 und bietet Abos zum Preis von 4,99 Euro pro Monat an. Dabei werden Spiele vorerst jedoch nicht live gestreamt, sondern stehen nach einem Download offline zur Verfügung. Erste Tests sind von dem Angebot und der Auswahl jedoch noch nicht voll überzeugt und glauben, dass die neue Plattform vor allem Leute ansprechen wird, die sich sonst gerne Spiele aus dem Appstore herunterladen. Auch Google geht mit Google Stadia im November 2019 an den Markt. Mit 10 Euro pro Abo ist Google etwas teurer als Apple, kann aber mit namhaften Spielen aufwarten. Trotz des Abos hat man jedoch nicht auf alle Spiele Zugriff und muss einzelne Titel zusätzlich erwerben.

Der Herbst eignet sich für Fans von Videospielen dazu, sich selbst ein Bild von dem neuen Trend des Cloud Gamings zu machen. Der große Vorteil gegenüber einer neuen Konsole ist nämlich, dass man das Abo eines Streaminganbieters monatlich kündigen kann, während der Kauf eines neuen Gerätes nur schwer wieder rückgängig gemacht werden kann. Damit steht dem Spielvergnügen nichts mehr im Wege und der Herbst kann kommen!

Hinweis: Der Artikel erscheint in Kooperation mit dem externen Mitarbeiter Steffen Blum.