Online Shopping: Woran User Betrug im Internet erkennen

Acht Merkmale, an denen sie unseriöse Anbieter entlarven können

  • img
    Bei vielen Verbrauchern ist das Online-Shopping zum Alltag geworden. Allerdings lauern hier noch immer große Gefahren. Foto. pixabay.com © athree23 (CC0 Creative Commons)

Von Simone Fischer

Artikel vom 19. September 2019 - 10:35

KREIS BÖBLINGEN. In der weiten Welt des World Wide Web tummeln sich unter all den vertrauenswürdigen Anbietern zahlreiche Betrüger. Fake-Shops nennen sie sich. Sie haben es vor allem auf Schnäppchenjäger abgesehen, weil sie ein bestimmtes Produkt im Gegensatz zur Konkurrenz äußerst günstig anbieten. Das Problem daran ist allerdings, dass diese Produkte entweder gar nicht existieren oder es sich um billige Kopien handelt, die der Kunde dann erhält.

So oder so betrügen diese Fake-Shops gut bezahlende Verbraucher um ihr Geld und um ihre Sicherheit. Denn, nicht selten ergaunern die Cyberkriminellen auch private Daten der Kunden. Aus diesem Grund verrät dieser Artikel 8 wichtige Merkmale, anhand derer Verbraucher einen Fake-Shop im Internet sofort erkennen.

Sicherheit im Internet: Wie ist die aktuelle Lage bei Online Shopping und Co.?

Schon vor zwei Jahren sprach sich das Bonner Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) für mehr Sicherheit im Internet aus. Dass das aber nicht von heute auf morgen umsetzbar ist, zeigen Cyberkriminelle, die auch heute unter dem Deckmantel der Anonymität unterwegs sind. Die Institutionen unterstützen die Bürger, indem sie ihnen Leitfäden an die Hand geben, anhand dessen die Risiken und Gefahren im Internet erkennbar sind. Ob diese allerdings bei allen Haushalten mit Internetanschluss ankommen, ist nicht zu beantworten. Aus diesem Grund sollten Verbraucher immer die wichtigsten Regeln zum Thema „Online-Shopping“ kennen, die unter https://www.betrugstest.com/online-shopping/  nachgelesen werden können. Im Folgenden finden Interessierte deshalb nochmal 8 Merkmale, an denen Fake-Shops erkennbar sind.

Acht Merkmale, an denen Fake-Shops erkennbar sind

Das kleine Schloss mit dem Kürzel "https://" garantiert eine sichere Verbindung.  Foto: pixabay.com © skylarvision (CC0 Creative Commons)

Das kleine Schloss mit dem Kürzel "https://" garantiert eine sichere Verbindung.  Foto: pixabay.com © skylarvision (CC0 Creative Commons)

 

1. Die Internetadresse

Die Internetadresse verrät schon sehr viel über die Seriosität eines Online-Shops. Verbraucher achten auf folgende Details:

► Wenn in der Adresszeile weder das kleine Vorhängeschloss noch das Kürzel „https://“ zu finden sind, dann handelt es sich um eine unsichere Internetverbindung.

► Doppelte Domainendungen wie „.de.com“ oder Ähnliches sind ein Warnzeichen, dass diese Adresse möglicherweise gefährlich ist.

►Passt die angegebene Internetadresse nicht zum Inhalt, sollten Verbraucher sofort die Finger von dem Shop lassen.

2. Die Zahlungsoptionen

Gerade in diesem Bereich kommt es oft zu Betrügereien. Online-Shops, die beispielsweise ausschließlich Kauf per Vorkasse anbieten, sollten von Anfang an ignoriert werden. Das ist für Betrüger, die beste Möglichkeit, um äußerst schnell an das Geld des Kunden zu kommen. Vertrauenswürdig sind hingegen Shops, die Zahlungsmöglichkeiten wie PayPal oder Paysafecard anbieten. PayPal arbeitet nicht mit jedem Anbieter zusammen, sondern sucht sich seine Partner bewusst aus.

3. Das Impressum

Es empfiehlt sich sofort zu prüfen, ob ein Online-Shop ein Impressum besitzt. Fehlt dieses vollständig auf der Internetseite, handelt es sich definitiv um einen Fake-Shop. Ist ein Impressum vorhanden, müssen folgende Daten angegeben sein:

► Adresse,

► Vertretungsberechtigter und

► eine gültige E-Mail-Adresse.

Zudem sollte hier ein Hinweis auf das Handelsregister mit dazugehöriger Nummer zu finden sein.

4. Ein ungewöhnlicher Preisunterschied

Bietet ein Online-Shop einen ungewöhnlich guten Preis, der sich stark von anderen Konkurrenzseiten abhebt, kann das ein Hinweis auf einen Betrüger sein. In der Regel gibt es keine extrem stark voneinander abweichenden Angebote. Fake-Shops sind immer sehr billig. Allerdings hat der Preis auch seinen Nachteil. Entweder gibt es das Produkt gar nicht, sodass es nie beim Kunden ankommt, oder es handelt sich um eine ganz billige Kopie des Originals. So oder so sind ungewöhnliche Preisunterschiede deutliche Alarmsignale.

5. Die Gütesiegel

Eigentlich sind Gütesiegel eine wertvolle Erfindung, um zu erkennen, ob ein Shop vertrauenswürdig ist oder nicht. Problematisch ist das nur, wenn Fake-Shops diese Siegel so gut nachahmen, dass der Unterschied kaum bemerkbar ist. Manchmal benutzen Betrüger auch einfach ein gültiges Siegel, ohne wirklich eine Lizenz dafür zu haben. Wer herausfinden möchte, ob der Shop das Gütesiegel besitzt oder nicht, klickt einfach mal drauf. Wenn keine Weiterleitung stattfindet, ist es eine Fälschung.

6. Das Kundenfeedback

Um einen Fake-Shop von einem seriösen Anbieter zu unterscheiden, helfen oft die Kundenbewertungen. Sind diese durchweg positiv, gibt es keine Kritik und ähneln sich die Namen, handelt es sich definitiv um einen Betrüger. Grundsätzlich gibt es kaum einen Shop, der nicht schon einmal ein Minimum an Kritik erhalten hat. Lobeshymen sind also deutliche Warnzeichen.

7. Rechtschreibung und Grammatik

Eine genaue Betrachtung der Webseite gibt Aufschluss darüber, ob es sich um einen Fake-Shop handelt.  Foto: pixabay.com © rawpixel (CC0 Creative Commons)Eine genaue Betrachtung der Webseite gibt Aufschluss darüber, ob es sich um einen Fake-Shop handelt. Foto: pixabay.com © rawpixel (CC0 Creative Commons)

Auch, wenn sich schon viele Online-Shops inzwischen in diesem Punkt verbessert haben, so sind noch längst nicht alle Fehler ausgemerzt. Wer genau hinschaut, erkennt Fake-Shops anhand von orthografischen oder grammatikalischen Satzstellungsfehlern recht schnell. Wichtig dafür ist allerdings, dass Verbraucher einen Text auf einer Webseite nicht nur überfliegen oder die Produktbeschreibung linksliegen lassen. Aufmerksames Lesen schützt hier vor Betrug.

8. Rückgabe

Ein ganz wichtiger Punkt für alle, die beispielsweise ihre Geburtstags- oder Weihnachtsgeschenke sicher online shoppen möchte, ist das Thema „Rückgabe“. Gerade bei Festivitäten wie Weihnachten kann es vorkommen, dass dem Beschenkten das Präsent nicht gefällt. Für solche Fälle sollte es kein Problem sein, das Geschenk zurückgeben zu können. Auch online ist eine Rückgabe ein Muss für Online-Shops. Ein guter Retouren-Service sorgt nicht nur für die Zufriedenheit der Kunden, sondern auch für einen erneuten Einkauf. Fake-Shops ermöglichen weder einen Umtausch noch bieten sie diesen an. In der Regel sollten Informationen dazu in den AGBs oder direkt beim Produkt zu finden sein.

Tipps für den Fall der Fälle: Was tun, wenn Verbraucher zum Opfer von Online-Betrug?

Wer beim Einkaufen im Internet doch auf einen Betrüger hereinfällt, der hat folgende Möglichkeiten:

► Bei Online-Betrug sollten Opfer eine Strafanzeige bei der Polizei stellen.

► Eine Überweisung kann bei der Hausbank rückgängig gemacht werden. Ein paar Stunden nach der Bestellung ist das möglich. Zahlungsarten wie Lastschriftverfahren gewähren die Möglichkeit noch bis zu 8 Wochen danach das Geld zurückzufordern.

► Kaufverträge, Belege oder Bestätigungen per Mail sind Beweise und sollte gespeichert werden.

► Handelt es sich um hohe Geldsummen, ist es empfehlenswert einen Anwalt zur Beratung hinzuzuziehen.

Bürger, die nicht auf einen Betrüger hereingefallen sind, aber einen Fake-Shop im Internet gefunden haben, können dies bei einer Vergabestelle für Domains melden. Der Provider kümmert sich dann darum.