Die drei wichtigsten Versicherungen für den Start ins Arbeitsleben

Worauf Berufsanfänger achten sollten, um sich langfristig abzusichern

  • img
    Den Berufstätigen erwarten die verschiedensten Anforderungen und Tücken. Einen Vorteil hat, wer optimal versichert ist. Quelle: mohamed_hassan / pixabay.com

Von Herbert Freising

Artikel vom 28. Mai 2018 - 18:38

Die Schule oder das Studium ist geschafft und der Berufseinstieg steht bevor? Herzlichen Glückwunsch! Nun kann endlich das erste eigene Geld verdient werden. Doch bevor der erste Arbeitstag losgehen kann, sollte insbesondere noch einer Sache Aufmerksamkeit geschenkt werden: Den Versicherungen, die jeder Berufsanfänger abschließen sollte.

Damit ein Berufseinsteiger auch in puncto Versicherungen richtig durchstarten kann, sollte er, so die Empfehlung des Bundes der Versicherten, nachfolgende drei Versicherungen aufweisen.

 

Absicherung der eigenen Existenz

Auch wenn den Deutschen im europäischen Ausland gerne nachgesagt wird, sie seien sehr sicherheitsbedürftig und hätten daher eine ausgeprägte Vorliebe für unnötige Versicherungen, so vergessen kritische Zungen doch eines: Versicherungen sichern ab – und das in allen möglichen Lebenslagen. Da mit dem Abschluss der Schule oder des Studiums etliche Verträge neu ausgehandelt werden müssen, sollte der Berufseinsteiger bereits vor dem ersten Arbeitstag Vorsicht walten lassen. Diese drei Versicherungen sollte er abgeschlossen haben:

1.) Berufsunfähigkeitsversicherung

2.) Krankenversicherung

3.) Private Haftpflichtversicherung

Diese Versicherungen haben allesamt gemeinsam, dass sie die persönliche Existenz eines Menschen absichern. Sie bewahren sozusagen den Versicherten vor dem etwaigen finanziellen Ruin, wenn ein wie auch immer geartetes negatives Ereignis in dessen Leben eintreten sollte. So kann beispielsweise eine unerwartete Operation viel Geld kosten, wofür die Krankenversicherung die Kosten übernimmt. Wenn jemand einer dritten Person unabsichtlich Schaden zufügt bzw. unabsichtlich einen Sachschaden begeht, so bürgt hierfür die private Haftpflichtversicherung. Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist dafür zuständig, das monetäre Einkommen des Versicherten im Falle einer Krankheit oder Unfalls abzusichern. Entsprechend geordnet nach ihrer Wichtigkeit wird zunächst die Krankenversicherung behandelt, dicht gefolgt von der privaten Haftpflicht- und der Berufsunfähigkeitsversicherung.

 

Die Krankenversicherung

Obwohl es Länder gibt, in denen dieser Versicherungstyp freiwillig gewählt werden kann, ist die Krankenversicherung in Deutschland Pflicht. Bei der Krankenversicherung ist der Schüler bzw. Student während der Schulzeit bzw. während des Studiums für gewöhnlich bei den Eltern mitversichert. Doch mit der Aufnahme einer Arbeitstätigkeit verliert dieser Versicherungsschutz an Gültigkeit. Auch wenn prinzipiell die Möglichkeit besteht, zwischen einer privaten oder einer gesetzlichen Krankenversicherung zu wählen, so ist für die allermeisten Berufsanfänger, sofern sie nicht als Beamte oder Selbstständige tätig sind, der Weg in die gesetzliche Krankenversicherung vorgezeichnet. Doch eine freiwillige Privatversicherung ist für einen Angestellten möglich, wenn dieser jährlich mehr als 59400 Euro (Stand 2018) verdient. Für Beamte, Freiberufler und Studenten gilt diese Einkommensgrenze jedoch nicht. Viele junge Menschen bleiben zwar vorzugsweise bei der Krankenkasse ihrer Eltern, doch ein Angebots- und Preisvergleich zwischen den einzelnen Kassen kann sehr aufschlussreich sein. Hierfür muss der Versicherte natürlich wissen, welche Leistungen – wie beispielsweise Gesundheitsangebote oder Online-Abwicklungen – er in Anspruch nehmen möchte und welche Preise er bereit ist, dafür zu zahlen.

 

Die private Haftpflichtversicherung

Die private Haftpflichtversicherung schützt den Versicherten vor den finanziellen Forderungen Anderer, sollte dieser unfreiwillig einen Schaden begangen haben. Berufseinsteiger, welche während ihrer Schul- oder Studienzeit üblicherweise über ihre Eltern familienversichert waren, fallen nun ebenfalls aus sämtlichen Verträgen heraus und müssen sich nach Alternativen umsehen. Doch Achtung: Die Versicherungspolicen mancher Versicherer sehen bereits vor, dass Studenten im Übergang von einem Bachelor- zu einem Masterstudium eine separate Haftpflichtversicherung abschließen müssen. Denn beim Masterstudium handle es sich um einen angestrebten zweiten Bildungsabschluss, der von einigen Vertragsbedingungen nicht abgedeckt wird. Es lohnt sich daher im besonderen Maße, die jeweils unterschiedlichen Formen der privaten Haftpflichtversicherung zu kennen. Verivox liefert hierfür einen guten Überblick. Schließlich kann beispielsweise auch das eigene Haustier Personen- oder Sachschäden verursachen. Glücklicherweise kann bereits vorab gesagt werden: Die private Haftpflichtversicherung ist vergleichsweise die günstigste der drei Versicherungstypen.

 

Die Berufsunfähigkeitsversicherung

Befördert eine Krankheit oder ein Unfall den Berufstätigen in die Arbeitslosigkeit, so ist dieser auf seine Ersparnisse bzw. auf Sozialhilfe angewiesen. Hat der Geschädigte jedoch eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen, so kann er seinen Lebensunterhalt durch monatliche Einkünfte durch den Versicherer bestreiten. In früheren Zeiten gab es noch eine staatliche Berufsunfähigkeitsrente, welche jedoch heutzutage nur noch eingeschränkt gültig ist. Daher empfiehlt sich vielmehr die Option, sichere finanzielle Leistungen im Rahmen einer Berufsunfähigkeitsversicherung zu beziehen. Hierbei ist jedoch entscheidend, welcher Beruf tagtäglich ausgeübt wird. Schließlich wirken sich sowohl das entsprechende Risiko der Berufsunfähigkeit, das dem jeweils gewählten Beruf innewohnt, sowie das eigene Alter maßgeblich auf den zu leistenden Versicherungsbeitrag aus. Tipp: Wer diese Versicherung bereits in der Schulzeit oder in der Studienzeit abschließt, wird für gewöhnlich in einer niedrigeren Risikoklasse eingestuft, die sich optimalerweise in den späteren Beruf mitnehmen lässt.

 

Zusatzversicherungen

Der Berufseinsteiger hat ferner die Möglichkeit, seinen materiellen Besitz durch eine Hausratversicherung gegen Diebstahl oder Schäden abzudecken. Einzelne Experten schlagen des Weiteren vor, bereits in den ersten Berufsjahren in die eigene Altersabsicherung zu investieren. Doch ob ein Berufsanfänger sich tatsächlich schon mit den Themen Private Rentenversicherung oder Riester-Rente beschäftigen muss, bleibt umstritten. Dies gilt jedoch nicht für Selbstständige, denn diese müssen sich um ihre Altersvorsorge selbst kümmern.