Raser erst bei Rosenheim gestoppt

Golf GTI aus Steinenbronn braust der Polizei 300 Kilometer davon.

  • img
    Bei diesem Tempo brennt der Auspuff Foto: red

Artikel vom 06. Juli 2020 - 16:30

STEINENBRONN/ROSENHEIM (red). Verdeckte Ermittler der Grenzpolizeiinspektion Raubling haben den Fahrer eines hochmotorisierten Golf GTI gestoppt, der sich mehreren Polizeikontrollen entzogen und eine 300 Kilometer lange Flucht hingelegt hatte. Ausgangspunkt war Steinenbronn. Der Mann sitzt nun in U-Haft.

In der Nacht zum Freitag, 3. Juli, sollte der VW Golf in Steinenbronn einer Verkehrskontrolle unterzogen werden. Der Fahrer flüchtete laut Polizeibericht mit ausgeschalteten Scheinwerfern und einer Geschwindigkeit von etwa 200 Stundenkilometern und konnte zunächst entkommen. Ein ziviles Polizeifahrzeug sichtete den Golf, der über die A 81 und die A 8 mit hoher Geschwindigkeit flüchtete.

Auf der Autobahn wollte er einen Streifenwagen abdrängen und brachte die Beamten in große Gefahr. Bei einer folgenden Polizeisperre versuchte er, ein Polizeifahrzeug zu rammen, was die Beamten gerade noch verhindern konnten. Im weiteren Verlauf quetschte sich der Fahrer mit hoher Geschwindigkeit zwischen linker Leitplanke und einem Streifenwagen hindurch, sodass das Polizeifahrzeug erheblich beschädigt wurde und abgeschleppt werden musste. In allen Fällen blieben die Polizisten aufgrund ihrer Reaktionsschnelligkeit und mit viel Glück unverletzt.

Erst den Raublinger Schleierfahndern gelang es schließlich mit drei Streifenwagen, den Golf an der Anschlussstelle Rosenheim zu stoppen. Dieser hatte zuvor auf über 220 Stundenkilometern beschleunigt. Wie sich herausstellte, war dem 35-jährigen Fahrer die Fahrerlaubnis versagt worden; er durfte also keinen Pkw lenken. Zudem bestand der Verdacht auf Kokain-Konsum, weswegen ein entsprechendes Verfahren eingeleitet wurde. Die Fahrt wertete die Staatsanwaltschaft Stuttgart allerdings als gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr und wirft dem Mann außerdem verbotene Kraftfahrzeugrennen, unerlaubtes Entfernen vom Unfallort und Fahren ohne Fahrerlaubnis vor.

Nachdem Haftbefehl erging, wurde er in die Justizvollzugsanstalt Traunstein gebracht. Sein Fahrzeug wurde sichergestellt mit dem Ziel, den Wagen einzuziehen.

Verwandte Artikel