Polizei auf dem Flugfeld attackiert

Aggressive Grundstimmung gegenüber kontrollierenden Beamten am Langen See: Feiernde werfen Flasche und schlitzen Reifen von Streifenwagen auf.

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    Am Langen See auf dem Flugfeld sahen sich die Polizeibeamten einer aggressiven Menge gegenüber. Symbolbild: Archiv/SDMG

Artikel vom 06. Juli 2020 - 12:48

BÖBLINGEN (red). Bei Kontrollmaßnahmen, die Beamte des Polizeireviers Böblingen in der Nacht von Freitag auf Samstag am Langen See auf dem Flugfeld in Böblingen durchführten, wurden sie von bislang unbekannten Täter durch einen Flaschenwurf attackiert. Das berichtet die Polizei.

Im Zuge eines Rettungsdiensteinsatzes hatte sich eine Streifenwagenbesatzung im Bereich der Treppen am Langen See befunden. Dort hatten sich einige Personengruppen eingefunden, die feierten und dabei Alkohol konsumierten. Als die Polizisten eine der Cliquen passierte, bemerkten sie Marihuanageruch, weshalb die Personen kontrolliert werden sollten. Zur Unterstützung wurde eine zweite Streifenwagenbesatzung angefordert. Zeitgleich begannen die Polizisten vor Ort mit der Kontrolle.

Währenddessen näherte sich eine zweite Gruppe, die die Kontrollsituation durch lautes Abspielen eines polizeifeindlichen Lieds störte. Die Aufforderung die Musik abzuschalten ignorierten die bislang unbekannten jungen Männer. Einem Platzverweis kamen sie erst nach einigen Diskussionen und Provokationen sowie dem Eintreffen weiterer Streifenwagenbesatzungen nach.

Nachdem sich die Personen rund 20 Meter entfernt und die Beamten die Kontrolle wieder aufgenommen hatten, war laut Polizeibericht plötzlich das Zersplittern von Glas wahrzunehmen. Kurz darauf konnte einer der Polizisten beobachten, wie aus der Personengruppe heraus ein abgeschlagener Flaschenhals in Richtung einer Beamtin flog und etwa eineinhalb Meter vor ihr auf dem Boden aufschlug. Anschließend rannten die unbekannten Täter in Richtung des Bahnhofs davon und konnten im weiteren Verlauf nicht mehr festgestellt werden.

Aufgrund der aggressiven Grundstimmung, die sich während des polizeilichen Einsatzes unter den zumeist alkoholisierten Anwesenden verbreitete, sowie der schon vorgefundenen Vermüllung wurde der Treppenbereich durch mehrere Streifenwagenbesatzungen geräumt. Einige Platzverweise mussten ausgesprochen werden. Diese wurden nur widerwillig befolgt. Zeitgleich alarmierten drei Zeugen im Alter von 19 und 20 Jahren die Polizei nachdem sie beobachtet hatten, dass ein Täter den Reifen eines Streifenwagens aufgeschlitzt hatte.

Aufgrund ihrer Beschreibung des Mannes konnte nur weniger später ein 19-jähriger Tatverdächtiger im Bereich der Harfenbrücke vorläufig festgenommen werden. Der alkoholisierte Mann wurde anschließend zum Polizeirevier Böblingen gebracht und muss nun mit einer Anzeige wegen Sachbeschädigung rechnen. Der entstandene Sachschaden dürfte sich auf 200 Euro belaufen.

Aufgrund der Erfahrungen vom Vorabend wurden am Samstagabend erneut der Lange See sowie der Untere See und der Schottische Rosengarten bestreift. Größtenteils ernteten die Beamten Verständnis für die Maßnahme und stießen bei den kontrollierten Personen auf positive Resonanz. Allerdings kam es am Langen See zu einem weiteren Zwischenfall. Nachdem ein 21 Jahre alter Mann einen gegen ihn ausgesprochenen Platzverweis nicht befolgte, sollte er in Gewahrsam genommen werden. Hierauf solidarisierten sich laut Polizeibericht rund 20 Personen, die den Einsatzkräften aggressiv entgegentraten und die Maßnahme als rassistisch darstellten. Es waren mehrere Streifenwagenbesatzungen notwendig, um die Situation, die kurz vor der Eskalation stand, zu beruhigen. Insgesamt kontrollierte die Polizei am Samstagabend rund 120 Personen.

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