Rettungswagen umgeparkt - Tatverdächtiger ermittelt

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    Symbolbild: Archiv

Artikel vom 23. September 2019 - 11:30

BÖBLINGEN (red/jps). Nachdem vergangene Woche ein zunächst Unbekannter einen Rettungswagen umgeparkt hat, der in der Schwabstraße in Böblingen wegen eines lebensbedrohlichen Einsatz abgestellt war (wir berichteten), konnte das Polizeirevier Böblingen zwischenzeitlich einen Tatverdächtigen ermitteln.

Ein Zeuge, der auf einer nahegelegenen Baustelle mit Arbeiten beschäftigt war, hatte beobachtet, dass hinter dem Rettungswagen ein Toyota Kleinwagen und dahinter wiederum ein Linienbus zum Stehen kam. Die Beamten des Polizeireviers Böblingen konnten den betreffenden Busfahrer schließlich ermitteln.

Der 47-jährige Busfahrer gilt als dringend tatverdächtig, den Rettungswagen, der mit laufendem Motor und eingeschaltetem Blau- sowie Warnblinklicht auf der Straße stand, am Donnerstagnachmittag umgeparkt zu haben.

Zeugen, die den Vorfall beobachtet haben und insbesondere der Toyota-Lenker sowie die Fahrgäste des Linienbusses werden gebeten, sich mit dem Polizeirevier Böblingen, Telefon (0 70 31) 13-25 00, in Verbindung zu setzen.

 

+++ Update um 17:23 Uhr +++

Soeben meldet der SWR in einer Nachrichtensendung, der Busfahrer habe die Tat zugegeben und es tue ihm leid. Er sei seit einem Jahr bei dem Böblinger Busunternehmen angestellt. Der Arbeitgeber wolle trotz des Vorfalls von einer Kündigung absehen, so der SWR.

Auf Nachfrage beim zuständigen Polizeipräsidium Ludwigsburg hieß es dort, der Fahrer habe sich gegenüber der Polizeistreife zwar mündlich geäußert, aber nicht schriftlich. Er gilt daher immer noch als tatverdächtig, auch wenn er die Tat offenbar schon eingeräumt hat. Als Beschuldigter sei er aber zu schriftlichen Angaben nicht verpflichtet und dürfe sich überdies Rechtsbeistand holen.

Strafrechtlich wird dem Täter die Behinderung von hilfeleistenden Personen vorgeworfen, die im Strafgesetzbuch unter § 323c mit unterlassener Hilfeleistung gleichgesetzt wird. Als Strafmaß sind eine Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder eine Geldstrafe möglich. Noch offen ist, wie das Busunternehmen vorgeht, sollte sich der Verdacht gegen den Fahrer bestätigen.

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