Großfamilie im Visier

Trickdiebstahl: Kripo vermeldet Fahndungserfolg

  • img
    Symbolbild: Archiv

Artikel vom 28. Februar 2019 - 15:24

KREIS BÖBLINGEN (red). Rund 30 Fälle des schweren Bandendiebstahls mit einem Schaden von über 160 000 Euro legen Kriminalpolizeidirektion Böblingen und Staatsanwaltschaft Stuttgart, Abteilung für Organisierte Kriminalität, mehreren Mitgliedern einer Großfamilie aus dem Kreis Böblingen und dem Rhein-Neckar-Kreis zur Last. Vier Tatverdächtige im Alter zwischen 21 und 37 Jahren befinden sich auf Antrag der Staatsanwaltschaft mittlerweile in Untersuchungshaft.

Wie die Polizei mitteilte, ereignete sich im August 2018 eine Serie von Trickdiebstählen aus Wohnungen im Bereich Stuttgart und den angrenzenden Landkreisen, bei der die Täter mit immer derselben Masche ausnahmslos ältere und mitunter gebrechliche Menschen um Bargeld und Wertgegenstände brachten: Sie klingelten an den Wohnungstüren ihrer in Mehrfamilienhäusern lebenden Opfer und gaben sich als Kaufinteressenten einer der Wohnungen aus. Damit verbanden sie die Bitte, die Wohnung der Opfer als Vergleichsobjekt ansehen und ausmessen zu dürfen. Während einer der Täter die Wohnungsinhaber ablenkte, machten sich Komplizen in den Räumen unbemerkt auf die Suche nach Diebesgut.

Im Zuge des Ermittlungsverfahrens und durch umfangreiche Maßnahmen gelang es der Kriminalpolizei mit Unterstützung des Polizeipräsidiums Mannheim, des Landeskriminalamts Baden-Württemberg und des Polizeipräsidiums, die Mitglieder der Diebesbande zu identifizieren.

Vier von ihnen, drei Männer im Alter 21, 32 und 34 Jahren sowie eine 37-jährige Frau, wurden am 20. Februar festgenommen und am Folgetag dem Haftrichter beim Amtsgericht Stuttgart vorgeführt, der die Haftbefehle in Vollzug setzte. Eine 60-jährige Tatverdächtige wurde nach Durchführung der polizeilichen Maßnahmen wieder auf freien Fuß gesetzt.

Den bisherigen Erkenntnissen zufolge gehen Straftaten in Stuttgart, Ludwigsburg, Böblingen, Sindelfingen, Pforzheim, Heilbronn, Balingen, Offenburg, Achern und Kehl auf das Konto der Trickdiebe. Die Gruppierung dürfte zumindest einen Teil der erbeuteten Schmuckstücke und sonstigen Wertgegenstände in Pfandhäusern in Baden-Württemberg, bei denen sie seit Jahren Stammkunden waren, zu Bargeld gemacht haben. Etwa 50 dort noch eingelagerte Schmuckstücke stellten die Ermittler sicher.

Bei der Durchsuchung der Wohnungen der Tatverdächtigen fanden sich darüber hinaus Schmuckstücke, Gemälde und weitere Gegenstände, die noch der weiteren Überprüfung bedürfen und die noch nicht zugeordnet werden konnten. Das Polizeipräsidium Ludwigsburg wird die sichergestellten Gegenstände in der kommenden Woche auf seiner Internetseite https://ppludwigsburg.polizei-bw.de/ veröffentlichen.

Im Zuge der Durchsuchungsmaßnahmen wurden zudem drei von den Tatverdächtigen genutzte hochwertige Pkw beschlagnahmt.

Die Polizei rät folgende Dinge zu beachten, um sich vor Betrügern an der Haustüre zu schützen:

Öffnen Sie Unbekannten nie die Tür ohne vorgelegte Türsperre

Seien Sie misstrauisch und lassen Sie sich nicht drängen, wenn Personen Ihre Wohnung unter einem Vorwand betreten wollen oder um Hilfe an der Tür bitten.

Beim geringsten Zweifel: Rufen Sie die Polizei oder wenden Sie sich an die Nachbarn

Verwandte Artikel