Schüsse stellen Polizei vor ein Rätsel

Peter Widenhorn: "Ermitteln ergebnisoffen"

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    Symbolbild: Archiv

Artikel vom 03. Januar 2019 - 15:24

Von Siegfried Dannecker

DARMSHEIM (red). Die beiden Schüsse, die eine unbekannte Person am Silvesterabend in Richtung eines Reihenhauses in der Berner Straße abgegeben hat, stellten die Polizei auch gestern noch vor ein Rätsel. "Wir können uns keinen Reim darauf machen", so Polizeipressesprecher Peter Widenhorn gestern auf Anfrage der KRZ.

Wie in unserer gestrigen Ausgabe berichtet, hatte gegen 18.20 Uhr an Silvester ein Projektil das Fenster einer Gebäudeseite eines Reihenhauses durchschlagen. Als der 59-jährige Hausbewohner daraufhin ins Freie trat, wurde er von einem zweiten Projektil am Kopf gestreift und erheblich verletzt. Der Mann habe absolutes Glück gehabt. "Das hätte richtig schiefgehen können", so Peter Widenhorn. Man ermittle "ergebnisoffen". Im persönlichen Bereich sei bislang kein Tatmotiv zu erkennen. Das Opfer habe nach ambulanter Behandlung wieder heimkönnen.

Die Kriminalpolizeidirektion Böblingen hat unmittelbar nach dem kuriosen Vorkommnis die Ermittlungen aufgenommen. Auch gestern sind in der gepflegten Wohngegend Darmsheims mehrere Beamte auf Nachbarschaftsbefragung gegangen und haben Haus für Haus und Klingel für Klingel abgeklappert und bei Nichtanwesenheit einen Flyer hinterlassen.

Aus was für einer Art Waffe die beiden Kugeln abgefeuert worden sind - unklar. Das Projektil sei kleiner als die neun Millimeter, wie sie in Polizeipistolen üblich sind. Die gefundene Projektilgröße könne auch aus Gewehren abgeschossen werden, sagt Peter Widenhorn. Die Schüsse waren wohl aus dem Bereich Steinachweg abgefeuert worden. Dort grenzen Gartengrundstücke an die Berner Straße an. Die Polizei ist auf die Suche nach den beiden Hülsen gegangen. Kriminaltechniker vor Ort bestimmten den Schusswinkel mittels eines 3-D-Messverfahrens, um herauszubekommen, von wo die beiden Schüsse gefallen sein müssen.

Auffällig: Im Oktober 2018 gab es in dem Gebiet "schon mal eine Schussabgabe", sagt Peter Widenhorn - "und zwar auch mit einer Kleinkaliberwaffe". Damals war ein parkendes Auto beschädigt worden. Ob die beiden Vorkommnisse miteinander zusammenhängen, sei noch nicht klar, werde aber überprüft, hieß es.

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