"Falscher Polizeibeamter" hinter Gittern

23-Jähriger von 82-Jährigem Wertsachen ergaunern

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Artikel vom 06. Dezember 2018 - 14:24

JETTINGEN (red). Seit Dienstag sitzt laut Polizeibericht ein 23 Jahre alter Mann aus dem Ruhrgebiet in Untersuchungshaft. Ihm wird vorgeworfen, am Montag in Jettingen im Zusammenhang mit dem Phänomen "Falscher Polizeibeamter" versucht zu haben, bei einem 82 Jahre alten Opfer Wertsachen abzuholen.

Im Laufe des Sonntagabends wurde das Polizeipräsidium Ludwigsburg über zahlreiche Anrufe bei Senioren aus Ober- und Unterjettingen informiert, zu denen vermeintliche Polizeibeamte telefonisch Kontakt aufgenommen hatten. Die männlichen Anrufer gaben sich als Beamte des Polizeireviers Herrenberg aus und versuchten Informationen über die Besitztümer ihrer Opfer zu erhalten. Sie gaben vor, eine aktuell festgenommene Einbrecherbande habe die Wohnungen der Angerufenen im Visier.

Zum Schein gab der 82-Jährige Auskunft und informierte anschließend die Polizei. Als vereinbarungsgemäß der Kurier, ein angeblicher Polizist einer Spezialeinheit, am Montagmittag die Wertsachen bei dem Senior abholen wollte, klickten die Handschellen.

Den echten Ermittlern war der Verdächtige in Jettingen bereits zuvor in einem schwarzen Audi aufgefallen. Seine 24-jährige Begleiterin wartete im Fahrzeug und wurde ebenfalls vorläufig festgenommen. Sie kam nach Durchführung der polizeilichen Maßnahmen wieder auf freien Fuß. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Stuttgart wurde der 23-Jährige am Dienstag beim zuständigen Amtsgericht vorgeführt. Der Haftrichter erließ einen Haftbefehl wegen Betruges, setzte ihn in Vollzug und wies den Tatverdächtigen in eine Justizvollzugsanstalt ein.

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