Bisher glimpflich: So hat Sturmtief Sabine im Kreis Böblingen gewütet

Umgestürzte Bäume, herunterfallende Ziegel und umgekippte Mülltonnen: 75 Mal musste die Feuerwehr im Kreis Böblingen wegen dem Orkan bisher ausrücken

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    In Böblingen musste die Feuerwehr aufs Dach eines Hochhauses und eine Blechabdeckung entfernen. Foto: SDMG/Dettenmeyer
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    In Böblingen musste die Feuerwehr aufs Dach eines Hochhauses und eine Blechabdeckung entfernen. Foto: SDMG/Dettenmeyer
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    Ein umgestürzter Baum beschäftigte die Magstadter Feuerwehr: Die Straße nach Warmbronn blieb zunächst gesperrt. Foto: SDMG/Dettenmeyer
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    Ein umgestürzter Baum beschäftigte die Magstadter Feuerwehr: Die Straße nach Warmbronn blieb zunächst gesperrt. Foto: SDMG/Dettenmeyer
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    Ein umgestürzter Baum beschäftigte die Magstadter Feuerwehr: Die Straße nach Warmbronn blieb zunächst gesperrt. Foto: SDMG/Dettenmeyer
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    Ein umgestürzter Baum beschäftigte die Magstadter Feuerwehr: Die Straße nach Warmbronn blieb zunächst gesperrt. Foto: SDMG/Dettenmeyer
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    Ein umgestürzter Baum in Sindelfingen rief die dortigen Feuerwehrmänner auf den Plan. Foto: FW Sindelfingen
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    Zu einem Wohnmobilzentrum in der Eschenbrünnle mussten zwei Fahrzeuge ausrücken: Ein Baugerüst drohte einzustürzen. Foto: FW Sindelfingen
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    Zu einem Wohnmobilzentrum in der Eschenbrünnle mussten zwei Fahrzeuge ausrücken: Ein Baugerüst drohte einzustürzen. Foto: FW Sindelfingen

Von unserer Redaktion

Artikel vom 10. Februar 2020 - 10:09

KREIS BÖBLINGEN. Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 120 Stundenkilometern ist Sturmtief "Sabine" auch über den Kreis Böblingen hinweggefegt. Bis dato hat der Orkan zwar viele kleine, aber keine größeren Schäden angerichtet. Das berichten Polizei und Feuerwehr auf Nachfrage.

Um kurz vor neun Uhr am Morgen musste die Feuerwehr Magstadt zu einem Einsatz an der Straße nach Warmbronn ausrücken: Am sogenannten Eierpass ungefähr 50 bis 100 Meter tief im Wald hatte der Sturm einen Baum umgestürzt, der die Straße versperrte. "Wir haben den Stamm mit drei Sägen zerkleinert und zur Seite geräumt", sagt Magstadts Feuerwehr-Pressesprecher Patrick Mohr. Drei Fahrzeuge mit 17 Kräften waren im Einsatz.

"In Absprache mit der Polizei bleibt die Straße nach Warmbronn aber bis auf weiteres gesperrt", sagt Mohr. Erst wenn sich der Sturm beruhigt hat, soll der Bauhof zu Hilfe kommen und die Reste des Baums beseitigen, sagt er. Erst dann wird die Straße wieder für den Verkehr freigegeben.

Die Feuerwehr in Sindelfingen hat zur Stunde bereits zehn Einsätze zu verzeichnen. Auch hier: überwiegend heruntergefallene Äste auf den Straßen. Ein Einsatz führte zu einem Wohnmobilzentrum an der Eschenbrünnlestraße. Dort hatte der Sturm ein Baugerüst beschädigt, es drohte einzustürzen. Mit zwei Fahrzeugen und zehn Mann Besatzung konnte das Gerüst gesichert und weiterer Schaden abgewendet werden.

Aus Böblinger Sicht verlief die Sturmnacht zunächst überraschend ruhig, sagt der Böblinger Feuerwehr-Pressesprecher Tobias Wankmüller. "Die Einsätze im Stadtgebiet gingen erst am frühen Morgen los", sagt er. An einem Hochhaus in der Königsberger Straße mussten die Floriansjünger eine Blechabdeckung im achten Stock vollends vom Gebäude abtrennen, da sich diese schon zur Hälfte gelöst hatte und drohte, auf den Boden zu fallen. "Ansonsten waren es überwiegen heruntergefallene Äste auf den Straßen, die wir leicht beseitigen konnten", sagt Wankmüller. Bis am späten Vormittag zählte die Böblinger Wehr fünf Einsätze.

In der Konrad-Zuse-Straße auf dem Flugfeld kippte "Sabine" mehrere Bauzäune auf dem Schotterparkplatz gegenüber dem Medicum um. Ob Autos dadurch beschädigt wurden, war zunächst nicht bekannt. Für alle, die dort parken wollten, gestaltete sich die Suche nach einem Parkplatz dadurch aber knifflig.

"Die Feuerwehrleitstelle berichtet aktuell von rund 75 Einsätzen im ganzen Landkreisgebiet", heißt es vom Landratsamt. Ein Schwerpunkt sei nicht auszumachen, der gesamte Landkreis sei  betroffen. Insgesamt sind 14 Feuerwehren im Kreis mit der Abarbeitung der gemeldeten Einsätze beschäftigt. Die Integrierte Leitstelle wurde ab dem Vorabend, 22 Uhr, personell verstärkt, eine Lagedienstführung wurde eingerichtet. Die ständige Überwachung der Wettermodelle war und ist gewährleistet.

Im Bezirk der Straßenmeisterei Leonberg waren am frühen Vormittag des 10. Februar zwei Straßen durch umgestürzte Bäume gesperrt – die Straße von Perouse nach Malmsheim und die  von Malmsheim nach Heimsheim. Die Bäume wurden von den örtlichen Forstbehörden und Feuerwehren auf die Seite geräumt. Gegen 8.30 Uhr wurden beide Strecken wieder für den Verkehr freigegeben.

Auch das Polizeipräsidium in Ludwigsburg, zu dem auch der Kreis Böblingen gehört hat am Vormittag noch nichts gravierendes zu berichten. Zwar seien es in den beiden Kreisen vergleichweise viele Einsätze gewesen - seit 23 Uhr 200 an der Zahl. "Doch zur ganz überwiegenden Zahl umgestürzte Bäume, Bauzäune und herumfliegende Mülltonnen, sowie Flachdachteile oder runterstürzende Ziegel", sagt Polizeisprecher Peter Widenhorn.

Zu Personenschaden kam es lediglich in der Porschestraße in Weissach, wo der Wind Teile von einem Baugerüst geweht hat, die Fußgänger trafen. Doch die seien davon nur leicht verletzt worden. Widenhorn: "Allerdings gab es zuhauf Straßensperrungen wegen umgefallener Bäume." Die meisten davon waren aber vorübergehender Natur.

Zu großen Einschränkungen kam es allerdings im Nah- und Fernverkehr auf der Schiene. So fuhr praktisch den ganzen Morgen keine S-Bahn aufgrund des Sturms. Ab 11 Uhr teilte die S-Bahn Stuttgart auf ihrem Twitter-Account mit, wieder nach und nach S-Bahnen verkehren zu lassen: "Wir werden zwischen 11 und 12 Uhr wieder die ersten S-Bahnen der Linien S1, S2, S3, S4, S5, S6/S60 nach und nach als Langzüge für euch in Betrieb nehmen können, jedoch verkehren diese nur im 30-Minuten-Takt weil uns Sturmtief Sabine weiterhin zusetzt", heißt es dort.

Sturmfrei: Wegen der Strurmwarnung hatte das Kultusministerium in einer Meldung auf seiner Homepage Eltern und Erziehungsberechtigten die Entscheidung selbst überlassen, ob der Schulweg für ihre Kinder zumutbar ist. Die kräftigen Böen am Montagmorgen haben offenbar vielfach bei der Entscheidung geholfen, denn auf KRZ-Nachfrage bei verschiedenen Schulen im Kreis ergab sich überall dasselbe Bild: „Ja, das waren viele bei uns“, lautete zum Beispiel die Auskunft beim Sekretariat des Böblinger Albert-Einstein-Gymnasiums. In manchen Klassen seien nur fünf oder sechs Schüler zum Unterricht erschienen.

Ein ähnliches Bild ergab sich bei der Realschule Weil der Stadt. Dort wurde in den Eltern-Whatspp-Gruppen einzelner Schulklassen ab dem frühen Morgen eifrig diskutiert und auch hier kamen viele Mütter und Väter zum selben Ergebnis: „Mein Kind bleibt heute zuhause."
Von einem „entschleunigten Programm“ war deshalb auch in der Berkenschule Holzgerlingen die Rede. Etwa die Hälfte der Schüler an der Grund- und Werkrealeschule sei wegen Sturm „Sabine“ dem Unterricht ferngeblieben, teilte eine Sprecherin mit. Die übrigen Lehrer und Schüler machten indes das beste daraus: „An der Werkrealschule haben die Schüler zum Beispiel Pizza gebacken, andere haben einen Film angeschaut“, hieß es im Sekretariat.

Am  Goldberg-Gymnasium Sindelfingen schätzt Rektorin Veronika Knüppel, dass ebenfalls rund die Hälfte der Schüler zuhause geblieben ist. Man habe die Anweisung des Kultusministeriums durchgesetzt und über die GGS-Homepage mitgeteilt, dass es den Eltern freisteht, ihre Kinder nicht in die Schule zu schicken. „Zum Teil hatte sich das aber auch ganz von selbst erledigt, weil Busse und Bahnen ausgefallen sind“, so die Schulleiterin.