Wird Eisenmann an chinesischen Konzern verkauft?

Laut "Automobilwoche" steht Eingung mit Maschinenbauer Sinomach bevor - Keine Bestätigung vom Insolvenzverwalter

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    Wie geht es weiter? Firmenzentrale in Böblingen / Foto: Archiv

Wie geht es weiter bei Eisenmann? Seit der Insolvenz des Böblinger Anlagenbauers im Sommer wird diese Frage regelmäßig gestellt. Seit Wochen befinden sich die Verantwortlichen in Verkaufsgesprächen, bislang ohne Erfolgsmeldung. Doch nun sorgt die „Automobilwoche“ für einen Paukenschlag.

Artikel vom 04. Dezember 2019 - 17:31

BÖBLINGEN (krü). Auf ihrem Online-Portal behauptet die Fachzeitschrift, dass Eisenmann vor dem Verkauf an einen chinesischen Konzern stehe. Dabei handle es sich um AE Industry, die deutsche Automotive-Tochter des staatlichen Maschinenbau-Konzerns China National Machinery Industry Corporation (Sinomach) mit Sitz in Peking.

Das Unternehmen mit weltweit 180 000 Mitarbeitern wolle das Geschäft mit der Automobilindustrie in Europa ausbauen und habe sich gegen weitere Interessenten aus Japan und den USA durchgesetzt, schreibt die „Automobilwoche“. Den Unterschriften stünden nur noch vertragliche Details im Weg. Die Rede ist zudem von einer einjährige Beschäftigungssicherung für die Angestellten von Eisenmann.

Insolvenzverwalter nennt die Angaben "Gerüchte"

Zum Insolvenzverwalter wurde im Sommer der Nürnberger Anwalt Joachim Exner bestellt, der bereits Firmen im Automobilbereich, aber auch Unternehmen wie Loewe oder Grundig wieder in die Spur gebracht hat. „Wir haben den Geschäftsbetrieb stabilisieren können und einen Verkaufsprozess aufgesetzt, der einen guten Verlauf nimmt“, sagte der 54-jährige Rechtsanwalt der Kreiszeitung im Oktober. Jetzt hält er sich bedeckt. „Bei den Angaben in der ,Automobilwoche' handelt es sich um Gerüchte, die der Insolvenzverwalter mit Rücksicht auf den andauernden Investorenprozess nicht bestätigen kann“, lässt ein Sprecher mitteilen.

Wenn auch nicht sofort, so soll – wie zu hören ist – zumindest bis Jahresende Klarheit bestehen, wer Eisenmann übernimmt. Bis dahin schauen die insgesamt rund 3000 Mitarbeiter (davon 600 in der Firmenzentrale in Böblingen und etwa 850 in Holzgerlingen) weiterhin bangen Blickes in die Zukunft.