Aidlingen/Grafenau: Fischsterben in der Würm

Defekter Schieber in der Aidlinger Kläranlage leitet das Abwasser aus den Kanälen direkt ins Gewässer ein

Tote Fische treiben am Freitagvormittag in der Würm. Beim Wehr an der Stegmühle zwischen Dätzingen und Döffingen wird das Fischsterben als erstes augenkundig. Schnell ist die Ursache gefunden und behoben: ein defekter Schieber in der Aidlinger Kläranlage. Die Aufräumarbeiten können aber noch Tage dauern.

Artikel vom 19. Juli 2019 - 16:00

Von Matthias Weigert

AIDLINGEN. Zur Mittagszeit bekam Bürgermeister Ekkehard Fauth die Betriebsstörung auf der Kläranlage gemeldet: "Durch einen defekten Schieber am Einlauf der Kläranlage, der zwischenzeitlich repariert ist, gelangte Schmutzwasser aus der Kanalisation direkt in die Würm", bringt der Schultes die Havarie auf den Punkt, die zu einem Fischsterben geführt hat, dessen Ausmaß sich noch nicht beziffern lässt.

"Der Klärwärter hat uns umgehend informiert. Sofort nach dem Erkennen des Defekts hat der Mitarbeiter auch versucht, mithilfe einer Pumpe einen Teil des Abwassers am Einlauf abzupumpen", beschreibt Fauth die Versuche der Schadensbegrenzung. Wie lange der Defekt am Schieber dafür verantwortlich war, dass Abwasser direkt in die Würm floss, steht allerdings zumindest derzeit noch in den Sternen.

Die Kläranlage wurde erst 2015 nach den neuesten gesetzlichen Bestimmungen für fast dreieinhalb Millionen Euro saniert. Auch der Einlauf wurde laut Fauth grundlegend erneuert. Eben dort ist auch der fehlerhafte Schieber eingebaut.

Die Konsequenz der Havarie treibt auf der Würm: zahllose verendete Fische. Nicht nur der Bürgermeister und Bauhofmitarbeiter inspizierten den Gewässerabschnitt zwischen Stegmühle und Kläranlage. Auch Mitarbeiter des Landratsamtes und Polizeibeamte waren vor Ort, um die Ermittlungen aufzunehmen. Die Mitarbeiter der Bauhöfe Aidlingen und Grafenau versuchen die verendeten Fische mit Keschern aus dem Wasser zu holen. "Der Schaden lässt sich erst nach Tagen beziffern, da dann erst alle verendeten Tiere aufgetrieben sind", weiß Fauth, der mit seinem Grafenauer Amtskollegen Martin Thüringer vor Ort war, um die Arbeiten zu koordinieren. Der Angelsportverein Aidlingen ist für diesen Gewässerabschnitt zuständig. Zwei Angler schauten sich die Bescherung an. Sie begleiten die weiteren Maßnahmen in diesem Gewässerabschnitt zwischen Kläranlage und Stegmühle.

Fotos: Stefanie Schlecht