Böblinger Kaufzentrum: BBG erwirbt Großteil der Flächen

Zwangsversteigerung in Stuttgart: Zwei Drittel des mittleren und südlichen Bereichs plus Tankstelle gehen für 5,95 Millionen Euro an die Böblinger Baugesellschaft

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    Der südliche Teil des Böblinger Kaufzentrums / Foto: Simone Ruchay-Chiodi

Vor dem Stuttgarter Amtsgericht haben am Freitagmittag große Teile des Böblinger Kaufzentrums zwischen Mühlbachstraße, Friedrich-List-Straße und Wolfgang-Brumme-Allee den Eigentümer gewechselt. Bei der Zwangsversteigerung erhielt die Böblinger Baugesellschaft für 5,95 Millionen Euro den Zuschlag. Konkret gehören der BBG jetzt rund zwei Drittel der Flächen im mittleren und südlichen Bereich des Kaufzentrums, zudem die Shell-Tankstelle.

Artikel vom 11. November 2018 - 19:49

BÖBLINGEN/STUTTGART (krü). „Wir werden jetzt Gespräche mit allen weiteren Eigentümern führen“, sagte BBG-Geschäftsführer Rainer Ganske, „unser langfristiges Ziel ist ganz klar: Wir wollen das Kaufzentrum abreißen und die Flächen neu bebauen.“ Bis dahin wird es aber noch einige Jahre brauchen, zumal die BBG zuletzt ja erst das benachbarte City-Center erworben hat und auch dort die Neubebauung vorsieht.

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Bereits im Februar 2018 hatte es am Stuttgarter Amtsgericht den Versuch gegeben, die betreffenden Flächen im Kaufzentrum zu versteigern, doch der Termin war gescheitert. Damals hatten Vertreter einer Firma namens EST Projektentwicklung GmbH und Gründung mit 4,4 Millionen Euro das letzte Gebot abgegeben - zu wenig, um die rund 17.000 Quadratmeter Fläche mit einem gutachterlich festgestellten Verkehrswert in Höhe von 8,03 Millionen Euro, die neben der Shell-Tankstelle weitere 41 gewerbliche Teileinheiten beinhalten, erstehen zu können.

Nicht von der Versteigerung betroffen waren das große Gebäude, in dem Poco untergebracht ist (rote Umrandung), sowie die Krauß-Flächen im mittleren Bereich (gelb). Vom Bereich, der grün umrandet ist, wurden jetzt etwa zwei Drittel plus Tankstelle versteigert.

Karte: GeoBasis-DE/BKG / Google

 

HINTERGRUND:

Die Eigentumsverhältnisse im Kaufzentrum sind kompliziert: Die Ladenflächen im südlichen Bereich - ab dem Reformhaus Klett/Motorradecke bis einschließlich Tanzschule Bode/Asia-Restaurant - sind im Besitz von mehr als zehn Eigentümern.

Zwei Drittel dieser Flächen, rund 17 000 Quadratmeter, befinden sich unter der Lisker Singer Weiß GbR im Besitz von vier Eigentümern. Diverse Flächen im restlichen Drittel gehören weiteren Privateigentümern.

Diese Flächen der Lisker Singer Weiß GbR stehen seit acht Jahren unter Zwangsverwaltung. Die GbR war den Forderungen eines Gläubigers, der SEB-Bank, nicht nachgekommen. 2017 hat die SEB-Bank ihre Forderungen wiederum an eine Frankfurter Kapitalgesellschaft verkauft. Seit 2014 wird versucht, das Kaufzentrum zu versteigern, das ist aus verschiedenen Gründen aber bislang gescheitert.