Böblingen als Ort des fairen Handels

Appell an die Einwohner.

  • img
    Böblingen will den fairen Handel weiterhin unterstützen Foto: Fairtrade

Artikel vom 17. Februar 2021 - 17:36

BÖBLINGEN (red). Seit dem Jahr 2013 ist die Stadt Böblingen als sogenannte Fair-Trade-Town zertifiziert. Das Siegel bedeutet, dass die Stadt den fairen Handel unterstützt. Den Gedanken von Fair Trade hält die Ortsgruppe Böblingen lebendig. "Mit großem Engagement und großer Zähigkeit hat Gerd Müller, der Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, das Lieferkettengesetz auf den Weg gebracht, welches im Sommer vom Bundestag verabschiedet werden soll", schreibt Christiane Ris von der Planungsgruppe Fairtrade Böblingen in einer Pressemitteilung.

In dem Gesetz geht es um die Verantwortung deutscher Firmen für die Produktionsbedingungen ihrer Lieferanten auch in anderen Ländern. "Was haben wir als Endverbraucher damit zu tun? Wie können wir als Kunden diejenigen Firmen unterstützen, die sich für menschenwürdige Lebens- und Arbeitsbedingungen in anderen Ländern einsetzen?", fragt Ris und liefert die Antwort gleich mit dazu: "Indem wir uns darum kümmern, woher die Produkte, die wir kaufen, kommen und wie sie hergestellt worden sind."

Der Corona-Lockdown habe uns die Gelegenheit gegeben, bewusster auf unsere Mitmenschen zu achten und uns Gedanken darüber zu machen wie wir gemeinsam die Welt ein bisschen besser machen können, stellt die Sprecherin der Böblinger Ortsgruppe fest.

Bei unserem Einkaufsverhalten ist Fair Trade laut Ris "ein einfach anzuwendendes und wirksames Mittel gegen die Zerstörung der Lebensgrundlagen vor allem in den Ländern des globalen Südens und für funktionierende Sozialsysteme, Bildung, gleiche Rechte für Frauen, Klima und Umweltschutz."

Fairer Handel bedeute beispielsweise, dass Kleinbauern vom Ertrag ihrer Felder menschenwürdig leben und ihre Kinder zur Schule schicken können. "Und wenn junge Menschen in ihrer Heimat in den Ländern des Südens eine Perspektive haben, werden sie nicht nach Europa fliehen wollen", erklärt Ris, warum Fair Trade "ein umfassendes Programm für soziale Gerechtigkeit und gegen Migration" sei.

"Wie fair die Produkte sind, die wir kaufen wollen, zeigen uns eine Reihe von Siegeln", so die Pressemitteilung weiter (mehr Infos: http://www.siegelklarheit.de). Zudem informiert die Fair-Trade-Website der Stadt unter http://www.boeblingen.de/start/BildungGesellschaft/Fairtrade.html darüber, welche Händler und Gastro-Betriebe faire Produkte führen und verwenden.

Böblingen hat als Stadt das Siegel "Fair Trade Town" bereits 2013 erworben. Das Siegel muss alle zwei Jahre erneuert werden. "Die Rezertifizierung, die in diesem Jahr ansteht, verdient die Anstrengung von Kommune und Bürgern", appelliert die Planungsgruppe an die Bürgerinnen und Bürger der Stadt.

Die Sprecherin schließt ihren Aufruf mit dem Hinweis, dass fairer Handel schon vor der Haustür beginne. "Am nächsten Schlachthofskandal sind wir alle schuld", mahnt sie, lokalen und regionalen Erzeugern ein faires Einkommen und gute Arbeitsbedingungen zuzugestehen.