Nach der Ausbildung steht die Welt offen

Zacharias Zipperle aus Gärtringen hat seine Ausbildung zum KFZ-Mechatroniker als Prüfungsbester im Kreis Böblingen abgeschlossen. Während der Pandemie muss er auf eine Feier verzichten. Die Urkunde bekommt er trotzdem persönlich überreicht.

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    Prüfungsbester Kfz-Mechatroniker im Kreis Böblingen: Zacharias Zipperle (zweiter von links), eingerahmt von Ausbilder Markus Herrmann (links), Geschäftsführer Andreas Bränder und Innungsgeschäftsführer Christian Reher Foto: Kfz-Innung

Artikel vom 15. Januar 2021 - 15:12

HOLZGERLINGEN (red). 146 Kfz-Mechatronikerinnen und -mechatroniker und 46 Automobilkaufleute haben in der Region Stuttgart im zweiten Halbjahr 2020 ihre Ausbildung erfolgreich beendet. Für die meisten kam der Gesellenbrief per Post, weil Corona keine klassische Lossprechungsfeier mit bis zu 500 Teilnehmenden zuließ, die die Innung sonst gewöhnt ist. Bei Zacharias Zipperle kam Christian Reher, der Geschäftsführer der Kraftfahrzeuginnung Region Stuttgart, aber persönlich im Autohaus Weippert in Holzgerlingen vorbei. Er ist der Prüfungsbeste im Kreis Böblingen. Insgesamt haben im Kreis vier Kfz-Mechatroniker einen Schnitt besser als 2,5 geschafft, der ihnen zum Ausbildungsabschluss einen Preis verschaffte.

26 der insgesamt 146 Prüflinge haben bei Betrieben, die im Kreis Böblingen beheimatet sind ihre Ausbildung erfolgreich abgeschlossen. Allen hat Corona den großen Moment geraubt: Die Lossprechungsfeier und das Feiern mit Familie und Freunden. "Digitale Formate können da kein Ersatz sein", sagt Christian Reher, der Geschäftsführer der Kraftfahrzeuginnung Region Stuttgart. Deswegen hat er wenigstens den Prüfungsbesten und ihren Ausbildungsbetrieben die Urkunden persönlich überbracht, die es sonst bei der Lossprechungsfeier gegeben hätte. "Das ist kein Ersatz für den großen Moment auf einer Bühne geehrt zu werden, aber wenigstens ein besonderer Moment im Leben des Preisträgers oder der Preisträgerin."

Auch sechs junge Frauen haben ihren Gesellenbrief bekommen

Im Kreis Böblingen ist es ein Preisträger: Zacharias Zipperle aus Gärtringen, der beim Autohaus Weippert in Holzgerlingen ausgebildet wurde. Ein Erfolg, der Geschäftsführer Andreas Bränder und Ausbilder Markus Herrmann ganz besonders freut. Für den Betrieb gab es eine Urkunde, die ihm hohe Ausbildungsqualität bescheinigt. Dafür steht auch, dass Zacharias Zipperle im regionalen Vergleich auf Platz drei kam. Und dass der Betrieb mit Eric Bernzen aus Ehningen noch einen zweiten Preisträger hat. Außerdem erhielten Kevin Maas (Autohaus Glemser) und Rainer Wendel (Willi Wendel Kfz-Technik), beide aus Leonberg, Preise.

Insgesamt 140 junge Männer und sechs Frauen haben ihre Gesellenbriefe im Bereich Kfz-Mechatronik bekommen. "Wir würden uns freuen, wenn noch mehr junge Frauen diesen Beruf ergreifen würden und die erfolgreichen Abschlüsse sind die besten Beispiele dafür, dass unser Gewerbe frauengerechte Arbeitsplätze in der Werkstatt anbietet", sagt Daniel Kargl, der Kreisvorsitzende der Innung.

Und es muss ja nicht die Werkstatt bleiben, "Kfz-Meisterin oder -Meister sind eine attraktive Stufe auf der Karriereleiter", sagt Christian Reher: "Vom Azubi zum Chef", wie der Innungsslogan lautet, geht aber auch noch anders: "Manche machen eine eigene Werkstatt auf oder ein Autohaus, manche machen in den großen Autogruppen Karriere. Wir verlieren zwar ungern gut ausgebildete Leute an die Universitäten, aber Studium ist natürlich auch eine Option. Unsere knapp 200 erfolgreichen Prüflinge haben die freie Wahl, denn das gilt natürlich auch für alle Automobilkaufleute." Aber hat das Auto denn noch Zukunft bei all den Klimadebatten? "Aber klar", sagt Obermeister Torsten Treiber, der wie die ganze Innung hofft, "dass uns das Virus nicht die nächste Lossprechungsfeier im Frühjahr auf der Retro Classic verhagelt". Die Diskussionen würden sich doch selbst bei den härtesten Gegnern darum drehen, welche Vorgaben das Auto bis 2050 erreichen soll. "Was wird es 2050 also auf alle Fälle noch geben? Autos, sonst müsste man ihnen ja keine Vorgaben machen."