Digitale Prozesse: Dagersheimer erhält Patent

Programmierer Peter Preßmar entwickelt ein Verfahren für den erleichterten Aufbau von digitalen Prozessen.

Artikel vom 12. November 2020 - 20:00

DAGERSHEIM (red). Heute ist die Entwicklung digitaler Prozesse entscheidend, um auch in Zukunft leistungsfähig zu sein. Die hohe Relevanz digitaler Verfahren wird gerade auch in Deutschland sichtbar. Wichtige digitale Neuerungen kommen kaum noch aus Deutschland. Doch Peter Preßmar aus Böblingen-Dagersheim hat nun das "Digitale Prozess-Management (DPM)" auf den Weg gebracht. Im Juni 2020 erhielt er das Patent des Deutschen Patentamts für sein digitales Verfahren.

Dieses ausgeklügelte System stößt anhand einfacher, strukturierter Beschreibungen eine automatisierte Verarbeitung von Prozessen an. Dadurch kann die Erstellung und Änderung von IT-Prozessen in einer verkürzten Entwicklungszeit mit wirtschaftlichen und finanziellen Vorteilen realisiert werden.

IT-Prozesse sollen leicht nachvollziehbar, stabil und flexibel sein. Mit der patentierten Erfindung des DPM ist genau dies erreichbar und zwar für alle, die ihre Leistungsfähigkeit und Produktivität mit digitalen Prozessen dauerhaft steigern wollen, egal in welcher Branche ihr Tätigkeitsfeld beheimatet ist. Die Informatik (IT) kann erheblich profitieren, wenn Auftragsstaus minimiert und Wartungsarbeiten kurzfristiger erfolgen können. Auch fachlich versierte Personen ohne Programmierkenntnisse können nun mit DPM nach kurzer Einarbeitungszeit digitale Prozesse erstellen oder ändern.

Als wesentlicher Bestandteil für DPM gilt die Prozess-Datenbank (PDB), die auf Basis einer Virtuellen Datenbank (VDB) aufgebaut wird. Bereits in den Jahren 2004/2005 erhielt Preßmar die EU- und USA-Patente für dieses VDB-Modell. Hierbei handelt es sich um ein flexibles Datenbankmodell, das bereits für IT-Schnittstellen und -Migrationen sehr erfolgreich eingesetzt werden konnte. Digitale Systeme konnten bisher nur mit den nötigen Programmierkenntnissen erstellt werden. Mit dem neuen DMP wird dies nun unkomplizierter und einfacher.

Das "Digitale Prozess-Management" (DPM) von Peter Preßmar baut durch logisch verständliche Beschreibungen in Tabellen einer Prozessdatenbank (PDB) eine Brücke zu einem zugeordneten Virtuellen Management Programm (VMP), welches dann die Beschreibungen aus der PDB ausführt. Das VPM kann ständig erweitert werden. So können anfangs Funktionen für die sequenzielle Verarbeitung von Daten einprogrammiert werden, die später durch Online- oder Big-Data und so weiter ergänzt werden können.

Durch die Eingabe einfacher, strukturierter Beschreibungen können so auch komplexe IT-Prozesse gänzlich unabhängig von Programmiersprachen und Betriebssystemen generiert werden. Beschreibungen für unterschiedlichste Prozesse können unkompliziert hinterlegt und ausgeführt werden. Praktisch auf Knopfdruck wird im Hintergrund eine automatisierte Verbindung zwischen Beschreibung und Programm hergestellt, welches das gewünschte Ergebnis ohne weiteres Zutun durch den Anwender verarbeitet.

Digitale Algorithmen schnell erstellen und flexibel ändern

Das DPM verwaltet die Eingaben eigenständig und macht aus klaren Anforderungen die gewünschten und passgenauen Resultate. Die Transparenz hilft IT-Entwicklern sich schnell einzuarbeiten, Fehler zu beheben und den Stand von Änderungen zu testen. Durch diese Vorgehensweise werden IT-Prozesse auch für IT-Beschäftigte ohne Kenntnisse einer Computersprache logisch und nachvollziehbar.

Ein allgemein verständliches Beispiel findet sich in der Versicherungsbranche. Hier können im Internet ausgefüllte Schadenanzeigen im DPM-Hintergrund sofort nach unterschiedlichen Kriterien analysiert werden. Damit ist es möglich dem Kunden direkt Regulierungsvorschläge zu übermitteln. Aber auch im Bereich von automatisierten Produktionsprozessen oder in der Warenwirtschaft lassen sich ohne großen zeitlichen Aufwand Prozesse erstellen und Änderungen vornehmen.

So ist es zum Beispiel möglich, die automatische Preisrabattierung von Artikeln zu steuern. Anhand von PDB-Beschreitungen können Algorithmen für Rabatte nach Artikeln, Menge oder Umsatz pro Kunde auf eine bestimmte Zeit definiert werden. Wobei stets eine hohe Flexibilität für die Änderung der Vorgaben gegeben ist. Es ist also völlig egal, ob sehr komplexe oder einfache Verarbeitungen erfolgen sollen, das Digitale Prozess-Management setzt jede im System hinterlegte Beschreibung direkt um. Möglich ist dies durch die Verknüpfung der Prozess-Beschreibungen eines oder mehrerer zusammenhängender Programme und des in Maschinencode vorhandenen VMP, welches alle Beschreibungen des Prozesses ausführt.

Mit der zukunftsorientierten Erfindung des DPM ist daher auch ohne Erlernen einer Programmiersprache ein einfacher Schritt in die moderne IT-Welt möglich. Ein langwieriges Erklären und Debattieren mit entsprechendem Aufwand gehört damit der Vergangenheit an. Gewünschte Aktionen und Lösungen sind schnell erledigt und können unabhängig von Programmierkenntnissen erstellt werden. So öffnen sich mit DPM die Möglichkeiten der modernen Digitalwelt auf einfache Art und Weise.