Männer sind im Kreis Böblingen seltener krank

Hört, hört: Laut AOK scheint "Männerschnupfen" im Kreis Böblingen ein kleineres Problem zu sein als im Rest des Landes.

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    Mit fiesem Schnupfen im Bett: nicht schön / Foto: Maurizio Gambarini/dpa

Artikel vom 12. November 2020 - 15:12

KREIS BÖBLINGEN (red). "Männerschnupfen" scheint im Landkreis Böblingen kein Thema zu sein: Durchgehend geringere Erkrankungszahlen als der Landesschnitt sind im gesamten Landkreis über die letzten Jahre zu beobachten", so Elisabeth Schöndorf, Sprecherin der AOK Stuttgart-Böblingen. "Und bei den Männern sind diese Werte noch einmal geringer." Das zeigt eine aktuelle Auswertung von Versichertenzahlen.

Insgesamt waren zuletzt über 46 100 Menschen aus dem Landkreis von Erkältungen betroffen, davon knapp 21 800 Männer. "Letzteres entspricht einem Anteil von 29,2 Prozent der AOK-Versicherten im Landkreis. In den umliegenden Kreisen waren die Zahlen teilweise deutlich höher, etwa 35,5 Prozent im Stadtkreis Pforzheim, 31,3 Prozent im Enzkreis oder 30,9 Prozent in Stuttgart", ergänzt Schöndorf. Der Landesschnitt liegt bei den Männern bei 30,4 Prozent. Doch auch insgesamt sind die Zahlen im Landkreis erfreulich moderat und liegen mit 29,5 Prozent unter dem Landesschnitt (30,6 Prozent). Dieser Eindruck sei auch keine Momentaufnahme - vielmehr lagen die Erkrankungszahlen bei den Männern in den letzten Jahren konstant unter den Baden-Württemberg-Werten (2015: 28,4 gegenüber 30,0 Prozent; 2016: 28,4 gegenüber 29,4 Prozent; 2017: 28,6 gegenüber 29,6 Prozent; 2018: 29,8 gegenüber 31,0 Prozent).

Bei einer Ansteckung sind insbesondere Kleinkinder und Männer wie Frauen im jungen Erwachsenenalter zwischen 20 und 30 Jahren besonders anfällig. Der Anteil an Erkälteten ist in der Altersgruppe der 20- bis 24-Jährigen sieben Mal so hoch wie bei den 70- bis 74-Jährigen. Gerade für die letztgenannte Altersgruppe und generell für ältere Menschen sind die Unterscheidungen zwischen Erkältungssymptomen auf der einen Seite und Symptomen von Grippe oder Covid-19 auf der anderen Seite wichtig.

Schöndorf: "Eine Erkältung ist normalerweise deutlich harmloser als eine echte Grippe. Sie wird auch grippaler Infekt genannt, hat aber nichts mit einer echten Grippe zu tun. Auch wenn man sich mit einer Erkältung manchmal richtig krank fühlen kann, bekämpft das Immunsystem die Infektion gewöhnlich ohne Probleme von selbst. Eine echte Grippe oder Influenza verursacht aber normalerweise viel stärkere Beschwerden." Eine Grippe beginne im Allgemeinen auch nicht allmählich, sondern meist plötzlich mit hohem Fieber, Schüttelfrost, Muskel und Gliederschmerzen.

Mit Blick auf Covid-19 ist die Unterscheidung noch schwieriger: In den ersten Tagen ist es für Betroffene kaum möglich, zu unterscheiden, ob sie an Covid-19 oder einer Erkältung erkrankt sind. Beide könnten etwa mit Halsschmerzen und Husten einhergehen, und der für Covid-19 beschriebene Verlust des Geruchs oder Geschmackssinns könne auch bei einer gewöhnlichen Erkältung vorkommen. Im Vergleich von Covid-19 und einer Erkältung existieren auch keine typischen Symptom-Kombinationen. Bei Covid-19 sind tendenziell starker trockener Husten und hohes Fieber vorrangig, Begleiterscheinungen wie Kopf- und Glieder oder Bauchschmerzen eher selten. Im Zweifel solle der Arzt zunächst telefonisch kontaktiert werden.