Transfergesellschaft fängt Mitarbeiter auf

Mit wegfallenden Aufträgen aus der Automobilindustrie hat die Pandemie Auswirkungen auf Feinmetall in Herrenberg. 60 Arbeitsplätze werden abgebaut.

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    Erst vor drei Jahren, zum Jahresende 2017, hat Feinmetall eine neue Produktionshalle eingeweiht. Jetzt muss das Herrenberger Unternehmen Arbeitsplätze abbauen Foto: KRZ/Archiv

Artikel vom 30. Oktober 2020 - 16:42

HERRENBERG (red). Unter den Folgen der weltweiten Pandemie leidet auch das Herrenberger Unternehmen Feinmetall: Rund 25 Prozent Umsatzrückgang im Vergleich zum Vorjahr müssen weggesteckt werden. Vor allem die Auftragsrückgänge in der Automobilindustrie haben gravierende Auswirkungen auf den Geschäftsverlauf.

Der Umsatzanteil der Automobilindustrie bei Feinmetall liegt bei rund 75 Prozent. Das Unternehmen hat jetzt in einer Pressemitteilung angekündigt, neben strikten Sparmaßnahmen die Kostenstruktur und die Zahl der Mitarbeiter an den niedrigeren Auftragsbestand anzupassen: Betroffen davon sind rund 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über die gesamte Organisation der Firma. Davon werden 20 Arbeitsplätze über Fluktuation oder auslaufende befristete Beschäftigungsverhältnisse abgebaut.

Für die 40 wegfallenden Arbeitsplätze haben die Geschäftsleitung und der Betriebsrat nach intensiven Verhandlungen einen Interessenausgleich vereinbart. Dieser beinhaltet einen Sozialplan sowie eine Transfergesellschaft, die den Stellenbau sozial verträglich auffangen soll. Ziel der Maßnahmen sei die nachhaltige Sicherung der Beschäftigung am Standort Herrenberg.

Aufgrund der aktuellen Umsatzrückgänge und der fehlenden Aussicht auf eine rasche Erholung der Märkte, sei eine Anpassung der Kostenstruktur zwingend notwendig, so Feinmetall-Geschäftsführer Peter Geiselhart. Gemeinsam mit der Vorsitzenden des Betriebsrates, Silvia Walz, wurde nach intensiven Verhandlungen jetzt der Interessenausgleich vereinbart. "Der Betriebsrat hat hart und konstruktiv mit der Geschäftsleitung verhandelt. Wir konnten die Maßnahme des Personalabbaus zwar nicht verhindern, aber durch einen guten Sozialplan für die betroffenen Kollegen den bestmöglichen Ausgleich erreichen", sagt die Betriebsratsvorsitzende Silvia Walz.

Entlassungen stehen noch dieses Jahr ins Haus

Die Umsetzung der Maßnahmen soll noch im laufenden Kalenderjahr erfolgen und so Feinmetall wieder auf Kurs bringen. "Die Geschäftsleitung und die Gesellschafter der Feinmetall GmbH bedauern den Abbau von Arbeitsplätzen sehr, diese Entscheidung ist uns sehr schwergefallen. Nach deutlichen Umsatzeinbrüchen ab April hatten wir auf eine absehbare Erholung des Geschäfts gehofft, mussten uns jedoch letztlich auf die geänderte Marktsituation einstellen, um nicht noch weitere Arbeitsplätze zu gefährden", erläutert Geiselhart die Maßnahmen.

Feinmetall als Unternehmen, das sich auf die Entwicklung und Fertigung von Kontaktierungslösungen zum Prüfen von elektrischen und elektronischen Komponenten spezialisiert hat, ist insbesondere bei der Prüfung von Kabelbäumen und Mikro-Chips für Autos ein wichtiger Partner. Allerdings macht sich die Flaute in der Automobilindustrie nun auch bei der Prüftechnologie bemerkbar. Laut Geiselhart sind die jetzt getroffenen Maßnahmen die Basis, um den Standort Herrenberg nachhaltig zu sichern.