Nonnenmacher in Gärtringen: Alle Dienstleistungen bleiben vor Ort erhalten

Die Lohnmosterei und Lohnbrennerei Nonnenmacher in Gärtringen hat sich von ihrem Getränkemarkt getrennt.

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    Timo Nonnenmacher hat sich vom Getränkemarkt getrennt und konzentriert sich jetzt voll und ganz auf Mosterei und Brennerei Foto: Martin Müller

Artikel vom 16. Oktober 2020 - 17:36

Von Martin Müller

GÄRTRINGEN. Die Mosterei und Brennerei Nonnenmacher in Gärtringen hat sich von ihrer Sparte Getränkemarkt getrennt. Für die Kunden ändert sich dadurch aber kaum etwas, die komplette Angebotspalette bleibt vor Ort erhalten: "Für mich war wichtig, dass der Standort Gärtringen mit all seinen Dienstleistungen bestehen bleibt", sagt Firmenchef Timo Nonnenmacher auf Nachfrage der Kreiszeitung.

Zur Miete bei den Nonnenmachers eingezogen mit ihrem Sortiment ist zwischenzeitlich das Unternehmen Klauss, und der Betrieb läuft weiter wie gewohnt. Unter der Regie von Dieter Klauss haben die Maichinger Getränkespezialisten diesen Unternehmenszweig übernommen - genauso wie die zwölf Nonnenmacher-Mitarbeiter vom Getränkefachhandel selbst. Es sind also die altbekannten Gesichter, die vor Ort in Gärtringen anzutreffen sind - und einige neue von der Firma Klauss noch dazu.

Den Personalmangel und die Schwierigkeit, Arbeitskräfte zu finden, schildert Timo Nonnenmacher, der das Gärtringer Unternehmen seit 2010 führt, als Hauptgrund, weshalb er den Getränkefachhandel abgestoßen hat. "Das Arbeitspensum war einfach zu hoch, die Familie war eigentlich rund um die Uhr am Rödeln", sagt er. Selbst seine Mutter, die eigentlich in Rente ist und nur einmal in der Woche halbtags hätte einspringen sollen, sei "fast durchgehend" am Start gewesen.

Dabei hat Timo Nonnenmacher "händeringend" nach Mitarbeitern für Lager und Verkauf gesucht, Vollzeitstellen genauso ausschreiben lassen wie Aushilfskräfte auf 450-Euro-Basis für freitagnachmittags und samstagvormittags. Jeweils ohne Erfolg. "Klar kann ich nicht besonders hohe Stundenlöhne zahlen. Aber dass sich gar niemand auftreiben ließ, hat mich dann doch schockiert", berichtet er. Denn viele hätten durch Corona doch ihre Jobs verloren. Und die Branche gelte, wiewohl hart umkämpft mit eher geringen Gewinnmargen, gleichwohl als einigermaßen krisensicher.

Der Moment der Übergabe hat im Übrigen gut gepasst, auch für die Maichinger, teilt Timo Nonnenmacher mit: Denn dem Unternehmen Klauss war durch den Wegfall des angestammten Getränkeverkaufs im Festzelt auf dem Cannstatter Wasen eine wichtige Einnahmequelle weggebrochen. Dies können sie nun wettmachen durch den Einstieg in Gärtringen - und auch das eigene Personal weiterbeschäftigen.

Immer noch alle Hände voll zu tun haben indes die Nonnenmachers: Denn die Lohnmosterei und die Lohnbrennerei werden im gewohnten Umfang aufrecht erhalten - genauso wie der Verkauf der eigenen Destillate, die es nach wie vor auch nebenan zu erwerben gibt: beim Getränkefachhandel Klauss in Gärtringen.