Böblinger Schönbuch Braumanufaktur setzt auf Regionalität

Die Schönbuch Braumanufaktur bezieht ihre Braugerste seit zehn Jahren ausschließlich aus der Region. Einer der Betriebe, mit denen das Böblinger Unternehmen zusammenarbeitet, ist die Landwirtschaft von Bernhard und Jürgen Henne aus Altdorf.

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    "Hier wächst unser Bier", verkündet dieses Plakat: Die Schönbuch Braumanufaktur aus Böblingen bezieht ihre Braugerste direkt aus der Region Foto: Schönbuch Braumanufaktur

Artikel vom 16. September 2020 - 17:30

KREIS BÖBLINGEN (red). Regionalität wird in vielen Bereichen zunehmend groß geschrieben, insbesondere in der Lebensmittelindustrie. Die Schönbuch Braumanufaktur hat sich dieses Thema schon vor vielen Jahren auf die Fahnen geschrieben, und sie füllt es auch mit Leben. Ein Beleg dafür ist die Braugerste, diese bezieht das Böblinger Familienunternehmen größtenteils von Landwirten der Schönbuchlichtung, aber auch von Bauern aus Maichingen.

Die Biere der Schönbuch Braumanufaktur aus Böblingen werden seit Jahrzehnten regelmäßig ausgezeichnet und prämiert. Ein wesentlicher Grund für die hohe Qualität der Bierspezialitäten sind die Rohstoffe, die von dem Böblinger Traditionsunternehmen genutzt werden. "Wir sind eine kleine, aber feine Spezialitäten-Brauerei und achten penibel darauf, beste Rohstoffe zu verwenden", sagt Werner Dinkelaker, der gemeinsam mit Götz Habisreitinger in sechster Generation die Braumanufaktur führt.

Ein Rohstoff ist die Braugerste, die in der Malzfabrik zu Braumalz verarbeitet wird. Seit zehn Jahren beziehen die Böblinger Bierbrauer die Gerste von Landwirten der Schönbuchlichtung, in diesem Jahr kamen Bauern aus Maichingen hinzu. Die Erzeuger befinden sich in etwa in einem Radius von 20 Kilometern rund um die Altdorfer Mühle. Diesem Familienbetrieb kommt eine wichtige Bedeutung zu: Dort wird die Braugerste erfasst, gereinigt, gelagert und gekühlt, ehe sie in Chargen abgeholt und zu zwei Mälzereien transportiert wird.

Qualität sorgt für besondere Biere

"Wir haben etwa 900 Tonnen Braugerste erfasst", sagt Karl Ruthardt, der mit seinem Bruder Jörg die Altdorfer Mühle leitet. Von Ende Juli bis Mitte August wurde die Braugerste geerntet, die Qualität ist geeignet, um hervorragende Biere zu produzieren. Aus 900 Tonnen Braugerste werden 700 Tonnen Braumalz, und diese Menge benötigt die Schönbuch Braumanufaktur, um die etwa 50 000 Hektoliter umfassende Jahresproduktion sicherzustellen. Ab Oktober steht das Braumalz aus neuer Ernte zur Verfügung.

"Unser Familienunternehmen ist seit jeher sehr stark mit der hiesigen Region verbunden", sagt Werner Dinkelaker. Vor diesem Hintergrund habe er ein großes Interesse daran, dass sich "viele Glieder der Wertschöpfungskette im Kreis Böblingen befinden". Einer der Betriebe, die Braugerste für die Schönbuch Braumanufaktur anbauen, ist die Landwirtschaft von Bernhard und Jürgen Henne aus Altdorf. "Wir arbeiten seit Jahrzehnten mit der Altdorfer Mühle zusammen", sagt Jürgen Henne, der im Schnitt etwa sechs Tonnen Braugerste pro Hektar erntet. In diesem Jahr war der Ertrag geringer, die Ernte war von einem Hagelschaden betroffen.

Die Brauerei schließt mit den Landwirten zu Jahresbeginn einen Vertrag ab über die Bezahlung der Braugerste. "Damit haben wir eine verlässliche Kalkulation. Wir sind in den vergangenen Jahren immer gut damit gefahren und lagen über dem durchschnittlichen Marktpreis", sagt Jürgen Henne. Der Altdorfer Landwirt holt in der Braumanufaktur am Böblinger Postplatz den Treber ab, dabei handelt es sich um Bestandteile des Braumalzes, die bei der Bierproduktion übrig bleiben. Jürgen Henne verfüttert den Treber an seine Milchkühe. Henne: "Das ist ein nahezu geschlossener Kreislauf."