Neueröffnung: Kaffee trifft Kunst in Schönaich

In der Schwabenstraße 43 in Schönaich eröffnet das "Morgenthaler" - eine Mischung aus Second-Hand-Laden und Kaffeehaus.

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    Betreiberin Yvonne Morgenthaler (Mitte), eingerahmt von ihrer Mutter Silvia und ihrem Partner Nico Grenz Foto: Stefanie Schlecht
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    Der neu eröffnete Morgenthaler 2nd Hand in Schönaich: Kombination aus Cafe und Second-Hand-Laden garniert mit ein bisschen Kunst und mit grüner Seele. Foto: Stefanie Schlecht
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    Der neu eröffnete Morgenthaler 2nd Hand in Schönaich: Kombination aus Cafe und Second-Hand-Laden garniert mit ein bisschen Kunst und mit grüner Seele. Foto: Stefanie Schlecht
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    Der neu eröffnete Morgenthaler 2nd Hand in Schönaich: Kombination aus Cafe und Second-Hand-Laden garniert mit ein bisschen Kunst und mit grüner Seele. Foto: Stefanie Schlecht

Artikel vom 10. Juli 2020 - 09:09

Von Jan-Philipp Schlecht

SCHÖNAICH. Zum Einstand gibt es Sekt-Orange und bereits reichlich Kundschaft: In dem Eckgebäude in der Schwabenstraße 43 in Schönaich ist ein neues Café eingezogen, das "Morgenthaler 2nd Hand". Café und Second-Hand-Mode, also getragene Kleider? Wie passt das zusammen? Gut, findet Inhaberin Yvonne Morgenthaler, deren Mutter Silvia bereits ein Second-Hand-Laden für Kinderklamotten in Herrenberg führt. Sie steht am Eröffnungstag gut gelaunt vor ihrem Geschäft und ist ein wenig stolz, was dort in den vergangenen acht Monaten entstanden ist.

"Ich glaube, dass es durchaus eine Nachfrage nach so einem Konzept auch in Schönaich und Umgebung gibt", sagt sie. Im November hat Morgenthaler, die auch das Irish Pub O'Donovans im Böblinger Künstlerviertel betreibt, mit dem Umbau des ehemaligen Lebensmittelgeschäfts in der Schwabenstraße begonnen. Viele Schönaicher können sich noch an den Laden erinnern, den Josef Salzer dort lange betrieben hat. Der Kaufmann ist im Mai dieses Jahres im Alter von 92 Jahren verstorben.

"Doch er kam regelmäßig noch zu uns runter und hat uns beim Umbau unterstützt", sagt Morgenthaler, in deren Stimme auch die Trauer darüber mitschwingt, dass Salzer die Neueröffnung nicht mehr miterleben durfte. Denn die rund 300 Quadratmeter des ehemaligen Lebensmittelmarktes hat Morgenthaler gemeinsam mit ihrem Partner Nico Grenz mit viel Herzblut und Kreativität umgestaltet.

Als gelernter Schauwerbegestalter hat Grenz seit November Erstaunliches geschaffen. In einer Nische ist die Rückwand mit alten Türen verkleidet, was eine besondere Atmosphäre schafft. Von der nackten Betondecke, die gut ins Konzept passt, hängen schimmernde Glühbirnen. Aus alten Palettenhölzern hat er eine urige Thekenplatte gebaut, eine Werkbank mit ihrem gegerbten Holz wurde zum gemütlichen Tisch. Die Gäste trinken ihren Kaffee also auch an Second-Hand-Möbeln. "Wir haben uns da von Cafés in New York und Berlin inspirieren lassen", sagt Nico Grenz. Ein Hauch von Großstadt in Schönaich.

Auf der Speisekarte steht Regionalität ganz oben

Bei ihrer Speisekarte, die von selbstgebackenem Kuchen über diverse Kaffeevariationen bis zum Frühstück reicht, hat Yvonne Morgenthaler stark auf Regionalität geachtet. "Wir bieten aber auch für all die etwas an, die Allergien oder Unverträglichkeiten haben", sagt die Inhaberin. Insgesamt stehen rund 40 Sitzplätze innen und außen zur Verfügung.

Im Verkaufsraum hängen rund 7000 Second-Hand-Klamotten an den Kleiderstangen. Sie sind dekoriert mit ulkigen und kultigen Wohnaccessoires: Lampenschirme, Kronleuchter und sogar ein Fahrrad steht auf einem Ladenregal. "Wir haben sowohl Bestände von Privatleuten hier als auch sogenannte Musterware", sagt Morgenthaler. Die kommt von Modelabels, die diese nicht verkaufen konnten oder zurückgenommen haben. "Alles läuft auf Kommissionsbasis" sagt sie. Das bedeutet, erst wenn ein Kunde die Ware kauft, fließt Geld an die, die Kleider im Laden abgegeben haben.

"Der Laden ist ein großes Gemeinschaftsprojekt und viele Firmen haben mit tatkräftig unterstützt", sagt sie und drückt damit ihren ausdrücklichen Dank aus. Das Schönaicher Sportgeschäft Easy Sports habe sie ebenso unterstützt wie das Hotel Böhler oder eine befreundete Modeagentur. Ihr Bekannter Felix Hentsch kümmerte sich um das Marketing, gestaltete Logos und Flyer. Alles bereit also für eine neue Zukunft des Cafés in der Schwabenstraße. Die ersten Kunden strömten schon fleißig an Tag eins.