Alkoholmissbrauch rückläufig

AOK sieht positiven Trend vor allem bei Jüngeren

Artikel vom 23. März 2020 - 16:24

KREIS BÖBLINGEN (red). Die Gefahren, die von Alkohol für die Gesundheit, die eigene und die anderer ausgehen, sind gravierend, warnt die AOK in einer Pressemitteilung.

"Feuchtfröhlich" wird es gern genannt, wenn der Alkohol fließt. "Unsere Statistiken verzeichnen Spitzenzeiten bei den so genannten alkoholbedingten Störungen: Silvester, Sommerferien- und die Faschingszeit", so Elisabeth Schöndorf, Sprecherin der AOK Stuttgart-Böblingen.

Erfreulicherweise stellten diese Spitzenwerte immer mehr die Ausnahme dar. Der übergreifende Trend in der Region, so die AOK, sei erfreulicherweise ein Rückgang bei Alkoholvergiftungen und ähnlichen Diagnosen. Dies gelte sowohl altersgruppenübergreifend mit einem Minus von 4,8 Prozent, als auch speziell für die besonders gefährdete Gruppe der 15- bis 19-Jährigen.

Die Statistik der AOK Stuttgart-Böblingen zeige, dass 2018 im Landkreis Böblingen fünf Prozent weniger 15 bis 19-Jährige nach Alkoholmissbrauch klinisch behandelt werden mussten (Frauen -4,3 Prozent; Männer -5,5 Prozent).

"Diese Entwicklung ist sehr positiv und wichtig. Denn: Das gesundheitsgefährdende Potential von Alkohol ist schlicht sehr hoch", so Schöndorf. Sabine Knapstein, Ärztin und Psychotherapeutin bei der AOK Baden-Württemberg, ergänzt: "Alkohol ist eine psychoaktive Substanz, die Abhängigkeit erzeugen kann. Gesundheitsschädlicher Alkoholkonsum wird laut Robert Koch-Institut als mitverursachend für mehr als 200 Krankheiten angesehen und zählt zu den fünf wesentlichen Risikofaktoren für Krankheiten, Beeinträchtigungen und Todesfälle weltweit."

Die AOK-Stuttgart Böblingen unterstützt seit vielen Jahren den Suchtbeauftragten des Landkreises Böblingen, um verschiedene Projekte, vor allem an Schulen, mit zu ermöglichen.

Die AOK Stuttgart-Böblingen hat nach eigenen Angaben einen Marktanteil von über 42 Prozent und ist damit Marktführer der gesetzlichen Krankenkassen in der Region.

Im Landkreis Böblingen sind mehr als 145 000 Menschen bei der Gesundheitskasse versichert.