Makler starten Petition gegen Bestellerprinzip

Unternehmerin Bärbel Falkenberg-Bahr beteiligt

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    Petition gegen Gesetzesinitiative F: red

Artikel vom 16. Mai 2019 - 18:24

BÖBLINGEN/BERLIN (red). Der Immobilienverband Deutschland (IVD) hat eine Online-Petition gegen das von Bundesjustizministerin Katarina Barley geplante Bestellerprinzip bei Kaufimmobilien gestartet. Nach gut einem Monat unterstützen laut einer Pressemitteilung bereits mehr als 10 000 Menschen die Petition.

Auch Immobilienmaklerin Bärbel Falkenberg-Bahr aus Böblingen sieht die geplante Neuregelung kritisch: "Hier soll ohne Not ein seit Jahrzehnten bewährtes Prinzip ausgehebelt werden, bei dem Käufer und Verkäufer die Provision untereinander teilen. Diese Regelung wenden wir nicht nur in unserem Unternehmen seit Jahren erfolgreich an, sondern sie kommt auch in drei Viertel aller Immobilienverkäufe deutschlandweit zum Einsatz", so Falkenberg-Bahr.

"Das kann nicht im Sinne des Verbraucherschutzes sein"

Die SPD begründet die Gesetzesinitiative mit dem Schutzbedürfnis sowie einer finanziellen Entlastung der Käufer. Doch gerade mit dem Bestellerprinzip drohen in beiden Fällen erhebliche Verschlechterungen für die Verbraucher, so die Makler. "Der Käufer wird nicht entlastet, sondern belastet und er erhält keine Beratungsleistung mehr. Das kann nicht im Sinne des Verbraucherschutzes sein", erklärt Jürgen Michael Schick, Präsident des IVD.

Dabei sind gerade Käufergruppen wie junge Familien auf eine Unterstützung durch den Makler angewiesen, denn für sie und viele andere bedeutet der Hauskauf die größte Investition ihres Lebens. "Darum ist es hier besonders wichtig, einen Profi an seiner Seite zu haben, der nicht nur die Interessen des Verkäufers vertritt, sondern auch die des Kaufinteressenten berücksichtigt. Der Gesetzesvorschlag steht diesem Gedanken komplett entgegen und schließt den Käufer von dem Know-how des Maklers aus", kritisiert Falkenberg-Bahr den Entwurf.

Außerdem greife der Plan der Justizministerin auch in die Vertrags- und Entscheidungsfreiheit des Einzelnen ein. Denn der Gesetzentwurf wird vor allem mit einer "Zwangslage" der Käuferseite begründet.

Entscheidungsfreiheit des Einzelnen wird eingeschränkt

Dabei, so der IVD, sei niemand tatsächlich gezwungen, eine Wohnung oder ein Haus zu kaufen und lehnt auch deshalb einen derart weitgehenden Eingriff in das Prinzip der Vertragsfreiheit ab. "Viel vernünftiger wäre es daher, das Prinzip der Provisionsteilung zwischen Käufer und Verkäufer bundesweit einzuführen, um Rechtssicherheit zu schaffen und denen mit dem Bestellerprinzip verbundenen Gefahren für die Immobilienkäufer entgegenzuwirken", fasst Falkenberg-Bahr ihren Standpunkt zusammen.