Im Winter erst recht: Ab nach draußen

Empfehlungen von AOK-Frau Dagmar Kihl

Artikel vom 18. Februar 2019 - 13:12

KREIS BÖBLINGEN (red). In den Wintermonaten wird unser Immunsystem durch lange Aufenthalte in stickigen oder überheizten Räumen stark belastet. Manchen schlägt die dunkle Jahreszeit auch aufs Gemüt. Sport im Freien wirkt hier als Reiztherapie, ähnlich wie Wechselduschen, und kann gleichzeitig gegen Winterdepressionen helfen, so die AOK Stuttgart-Böblingen in einer Pressemitteilung.

Ein ausgedehnter Spaziergang, eine Wanderung durch den Schönbuch, ein sportlicher Dauerlauf im nahegelegenen Wäldchen oder auch mit den Skiern auf der Piste: Erlaubt ist, was Spaß macht, vorausgesetzt die Wege sind einigermaßen gut ausgeleuchtet und es herrschen keine extremen Wetterbedingungen. "Auch in der kalten Jahreszeit tut Bewegung gut: Denn wer sich im Freien bewegt sorgt dafür, dass die Durchblutung in Händen, Füßen und in den Schleimhäuten von Nase und Rachenraum gesteigert wird", weiß Dagmar Kihl, Bewegungsexpertin bei der AOK Stuttgart-Böblingen. "Passend gekleidet ist Kälte kein Problem", sagt Kihl, die im AOK-Gesundheitszentrum auf dem Flugfeld Versicherte zum Thema Bewegung berät. Atmungsaktive Wäsche und eine wasserabweisende Jacke sind ideal. Wichtig auch: Schuhe mit gutem Profil, Handschuhe und im Dunkeln Reflektorstreifen sowie eine Mütze - denn die meiste Wärme wird über den Kopf abgeleitet. Bei Minustemperaturen sollten Sportler durch die Nase atmen, um Infekten und Reizhusten vorzubeugen. "Sonst trocknen Hals und Rachen aus." Aber: Im Winter drohen nicht nur Erkältungen: Bei Glatteis nützt Walkern und Läufern allerdings das beste Schuhprofil nichts und etwa ab minus 20 Grad sollte man wissen, wie viel Anstrengung man sich trotz konsequenter Nasenatmung noch zumuten kann.

Wichtig ist, es erst einmal langsam angehen zu lassen. Dazu gehört auch, dass vor jeder sportlichen Aktivität das Aufwärmen selbstverständlich sein soll. Dagmar Kihl: "Damit Verletzungen vermieden werden, muss der Körper auf Betriebstemperatur gebracht werden. Ist der Kreislauf dann richtig in Schwung, kann man auf Gefahren besser reagieren und das Skivergnügen oder den Waldlauf in vollen Zügen genießen." Studien belegen, dass körperliche Bewegung, vor allem Jogging, Walking, aber auch Aerobic und Kraftsport Depressionen vorbeugen kann. Wenig oder fehlendes Licht, wie es im Winter oft der Fall ist, kann dazu führen, dass der Körper zu wenig Vitamin D - und damit Serotonin - produziert und deshalb die Stimmung schwankt. "Regelmäßige Bewegung im Freien ist die ideale Vorbeugung gegen Infekte und getrübte Stimmung", weiß die Expertin.