Leder Maurer: Neustart im Stammhaus

In nur sechs Wochen Bauzeit hat Leder Maurer in Böblingen sein Stammhaus herausgeputzt - Einbruch kurz vor Wiedereröffnung

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    Die ganze Familie feierte den Neustart in der Sindelfinger Straße 10: Helga, Kurt, Sandra und Ralf Maurer (v.l.) Fotos: Simone Ruchay-Chiodi
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    Models präsentierten die neue Kollektion
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    Neuer Bereich für den Business-Bedarf

Mit 16 Quadratmetern mehr Ladenfläche, neuer Innenausstattung und einem rundum helleren und freundlicherem Ambiente präsentiert sich Leder Maurer an seinem Stammhaus in der Sindelfinger Straße. Doch die Freude über die Renovierung erhielt einen Dämpfer.

Artikel vom 05. Dezember 2018 - 18:34

Von Jan-Philipp Schlecht

BÖBLINGEN. Als Ladeninhaber Ralf Maurer am letzten Novembertag dieses Jahres gegen 19 Uhr ans Mikrofon tritt, hat er turbulente Wochen und noch turbulentere Tage hinter sich. Im Oktober sind in seinem Stammhaus in der Sindelfinger Straße 10 die Handwerker angerückt. "In zwei groben Bauabschnitten haben wir das ganze Geschäft innerhalb von sechs Wochen renoviert", sagt der 53-Jährige. Mitten durch das Ladenlokal spannten die Arbeiter eine Staubschutzwand, sodass auf einer Hälfte der Fläche der Betrieb immer weitergehen konnte. Das Geschäft während des Umbaus ganz zu schließen, kam für Maurer aber nicht infrage. Zu groß wären sonst die Einbußen gewesen.

"Wir sind froh, dass wir jetzt pünktlich zum Weihnachtsgeschäft wieder eröffnen können", sagt Maurer vor gut 50 geladenen Gästen. Das ganz Geschäft erstrahlt in frischem Glanz. Maurer präsentiert seine Koffer, Taschen, Rucksäcke, Aktentaschen und Ranzen jetzt luftiger und moderner. An einer Rückwand hängen jetzt große Flachbildschirme. Der Hersteller Samsonite hat ihn beim Ladenbau unterstützt und ein neues Premium-Konzept dort verwirklicht. Außerdem wurde die Verkaufsfläche auch größer, da ein Büro mit 16 Quadratmetern aufgelöst und dem Laden zugeschlagen wurde. Doch in die Freude über die gelungene Runderneuerung mischen sich auch Ärger und Wut.

Der Grund: In der Nacht auf den 24. November haben unbekannte Langfinger das Rollgitter mit einem Wagenheber aufgehebelt und sich "zwei Stunden lang im Geschäft vergnügt", sagt Maurer mit bitterer Ironie. Ware wurde offenbar keine gestohlen, doch die Langfinger machten sich - natürlich - an der Kasse zu schaffen. Und hatten Erfolg. Den Schaden kann Maurer noch nicht genau beziffern, aber ein Ärgernis ist der Einbruch in jeder Hinsicht.

Doch davon lässt sich das Maurer-Team an diesem Tag nicht die Laune verderben: "Die Gemütslage ist jetzt schon etwas besser, auch wenn uns allen das noch immer in den Knochen hängt", sagt er. Bevor sich der Ladeninhaber bei allen Mitwirkenden bedankt, geht ein sehr persönlicher Gruß an seine beiden Eltern Helga und Kurt, die das Geschäft einst gegründet haben und an dem Abend ebenfalls gekommen sind. Besonderen Applaus gibt es, als Ralf Maurer stolz verkündet, dass sein Filius Jan im kommenden Jahr in seine Fußstapfen treten will. Wenn es soweit ist, geht die Firma damit in die dritte Generation über. Zu den Gästen gehörte auch Oberbürgermeister Stefan Belz. Das Stadtoberhaupt zeigt sich "einfach nur begeistert" von der neuen Einrichtung des Ladens, der bereits seit über 50 Jahren des Schlossbergring ziert. Er sei beeindruckt vom schwäbischen Tüftlertum des Einzelhändlers und räumt ein, "dass sich seine Verwaltung davon hier und da eine Scheibe abschneiden könne." Außerdem lobt er den Einsatz der sozialen Medien: "Ich gebe es zu, immer wieder auf Facebook die Fortschritte auf der Baustelle verfolgt zu haben", sagt der 38-jährige Rathaus-Chef.

Für die Zukunft sieht Maurer sein Geschäft jetzt gut gerüstet. Er sei überzeugt davon, dass man eben "seine Nase immer in den Wind halten müsse", gerade in Zeiten des boomenden Online-Handels. Zur Zukunftsstrategie gehört auch weiteres Wachstum. Im Februar will er seine Präsenz im Breuningerland ausbauen, dort ein zweites Geschäft eröffnen und sein Sortiment dort aufgeteilt präsentieren.