"Mit Massivholz zu arbeiten ist schön!"

Stefan Eppinger absolvierte seine Schreinerausbildung bei Renz Möbel mit Auszeichnung - und begeistert sich für sein Handwerk

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    Preisträger Stefan Eppinger kommt aus einer Handwerkerfamilie. Schon mit 19 Jahren ist er ein Fachmann, der eigenständig arbeitet Foto: sel

19 Jahre alt, den Schreiner-Gesellenbrief in der Tasche und mit Zusatzqualifikationen schon ein Fachmann, der eigenständig arbeitet: Stefan Eppinger hat im Sommer seine Ausbildung bei Renz Möbel in Holzgerlingen abgeschlossen. Mit Auszeichnung, einem Stipendium - und Note 1,6.

Artikel vom 01. November 2018 - 17:36

Von Sabine Ellwanger

HOLZGERLINGEN. So sicher er heute auch beruflich auf eigenen Füßen steht - nach dem Realschulabschluss begann es zunächst nicht optimal, wie er berichtet: "Es war schwierig, eine Lehrstelle zu finden. Deshalb habe ich zunächst ein Praktikum in meinem Wohnort Dettenhausen gemacht. Erst Mitte des ersten Lehrjahres, das ja komplett in der Schule stattfindet, habe ich von einem Freund gehört, dass es bei der Firma Renz eine Lehrstelle gibt." Kurzum: Es hat geklappt. "Mit Herrn Renz habe ich dann einen Vertrag fürs zweite und dritte Lehrjahr abgeschlossen."

Es war ein Treffer für beide Seiten, wie sich gezeigt hat. In der modern ausgestatteten Werkstatt und bei vielen Außenmontagen lernte Stefan Eppinger das gesamte Berufsspektrum kennen. "Ja, ich bin gut rumgekommen. Wir haben viel Kundenkontakt, denn wir montieren die auf Maß gefertigten Möbel beim Kunden, aber auch komplette Küchen und vieles mehr." Seine Leidenschaft? "Mit Massivholz zu arbeiten ist immer schön. Wenn wir hier Schränke oder Betten fertigen, ist das ja der Fall. Die richtige Handwerkskunst, wie alte Schwalbenschwanzverbindungen, das macht richtig Spaß. Auch wenn das heute nur selten vorkommt. Aus Kostengründen arbeitet man heute mit hochwertigen, maschinellen Fingerzinkungen." Oberflächenbehandlungen, Arbeiten mit Materialmix, sämtliche Verbindungen, all das hat Stefan Eppinger heute drauf, was er auch im Gesellenstück, einem Computerschreibtisch in der Kombination Kernbuche/weiß lackiert, unter Beweis gestellt hat. Dabei muss jeder Handgriff sitzen und die Materialen müssen rechtzeitig beschafft werden, denn während der eigentlichen Fertigung tickt die Uhr: "Gerade mal zwei Wochen hat man Zeit. Da darf nichts dazwischen kommen." Unterstützung habe er in der Schule, in der Firma und durch seine Familie erfahren: "Wir sind ne Handwerkerfamilie. Mein Bruder ist auch Schreiner, da habe ich immer einen Ansprechpartner."

Und jetzt? Nach dem Abschluss der Ausbildung und der Lossprechung? "Im Beruf Schreiner habe ich mein Berufsziel gefunden", sagt der 19-Jährige. Mit den bereits absolvierten Zusatzqualifikationen "Elektro" und "Sanitär" montiert er Küchen inklusive Wasseranschluss, Ablauf, Herdmontage und Licht. Bereits während der Ausbildung bildete er sich an der Sindelfinger Gottlieb-Daimler-Berufsschule, die ihn, wie er sagt, in der Ausbildung klasse begleitet habe, zur CNC/CAD-Fachkraft fort. Mit dem fünfköpfigen Werkstatt-Team und mit dem Renzschen Maschinenpark will er nun erst mal ein paar Jahre Erfahrung sammeln. "Es gefällt mir gut. Vielleicht möchte ich in ein paar Jahren den Meister machen. Mal sehen."