Mehr psychische Erkrankungen

DAK-Gesundheitsreport: Fehltage im Kreis Böblingen liegen insgesamt unter dem Landesschnitt

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    Am stärksten zugenommen haben Krankschreibungen aufgrund von psychischen Erkrankungen wie Depressionen und Angstzuständen Foto: Archiv

Der Krankenstand im Landkreis Böblingen ist 2017 angestiegen. Die Ausfalltage aufgrund von Erkrankungen nahmen um 0,5 Prozentpunkte zu. Mit 3,4 Prozent gab es in der Region dennoch einen niedrigeren Krankenstand als im Landesdurchschnitt (3,5 Prozent).

Artikel vom 03. Oktober 2018 - 16:42

KREIS BÖBLINGEN (red). Laut DAK-Gesundheitsreport waren damit an jedem Tag des Jahres von 1000 Arbeitnehmern 34 krankgeschrieben. Der höchste Krankenstand in Baden-Württemberg wurde mit 4,0 Prozent im Neckar-Odenwald-Kreis verzeichnet, der niedrigste mit drei Prozent im Stadtkreis Stuttgart.

Die aktuelle Analyse der DAK-Gesundheit für den Landkreis zeigt laut einer Pressemitteilung die wichtigsten Veränderungen bei der Zahl und Dauer der Krankschreibungen: Die Fehltage bei den Muskel-Skelett-Erkrankungen, zu denen Rückenschmerzen zählen, stiegen um 13 Prozent an. Sie lagen aber unter dem Landesdurchschnitt. Ihr Anteil am gesamten Krankenstand beträgt mittlerweile fast 21 Prozent. Damit führt diese Diagnose die Liste der Krankheitsursachen in der Region an.

Um 22 Prozent und damit am stärksten zugenommen haben Krankschreibungen aufgrund von psychischen Erkrankungen wie Depressionen und Angstzustände. Sie landeten auf dem zweiten Platz. An dritter Stelle folgten Atemwegserkrankungen wie beispielsweise Bronchitis. Die Ausfalltage hier stiegen um zehn Prozent.

"Wir informieren regelmäßig über den Krankenstand in Böblingen und Sindelfingen, um so Impulse für die Gesundheit der Beschäftigten zu geben", sagt Rainer Hagenlocher, Chef der DAK-Gesundheit in der Region. "Die fundierten Analysen helfen uns, noch gezielter beim Betrieblichen Gesundheitsmanagement ansetzen zu können und Arbeitgebern konkret Hilfe anzubieten. Damit soll beispielsweise längeren Ausfallzeiten durch Rückenleiden oder seelische Probleme vorgebeugt werden."

Die DAK-Gesundheit untersucht in ihrem aktuellen Gesundheitsreport auch, wie verbreitet Rückenleiden bei den Arbeitnehmern im Süden sind. Die Kasse wirft dabei einen Blick auf Ursachen und Risikofaktoren. In den Landkreisen Böblingen und Sindelfingen war die Zahl der Ausfalltage mit fast 57 niedriger als im Landesschnitt. Die durchschnittliche Dauer je Krankschreibung lag mit knapp neun Tagen ebenfalls unter dem Landesdurchschnitt (knapp zwölf Tage). "Leider zeigt sich auch bei uns in Böblingen und Sindelfingen, dass es trotz eines verstärkten Engagements im Betrieblichen Gesundheitsmanagement noch keine signifikante Verbesserung gibt", so Rainer Hagenlocher. "Deshalb müssen wir gemeinsam mit Unternehmen das individuelle Arbeitsumfeld noch rückenfreundlicher gestalten."

Trotz Schmerzen zur Arbeit

Die große Mehrheit in Baden-Württemberg meldet sich laut DAK mit Rückenschmerzen nicht krank. 86 Prozent gehen mit Schmerzen zur Arbeit. Die Wahrscheinlichkeit, sich wegen der Rückenschmerzen krank zu melden, steige jedoch mit der Stärke der empfundenen Schmerzen. Entscheidend sei, ob Beschäftigte häufig in unbequemer Körperhaltung arbeiten müssen, einem hohen Termin- und Leistungsdruck ausgesetzt sind oder ihren Job mit wenig Freude erledigten. All diese Faktoren machten eine Krankmeldung wahrscheinlicher.