Handwerker weniger krank

IKK analysiert Krankenstand im Landkreis

Artikel vom 19. September 2018 - 14:00

KREIS BÖBLINGEN (red). Der Krankenstand bei den Handwerkern im Kreis ist laut einer IKK-Umfrage erneut gesunken und lag 2017 bei 4,2 Prozent - deutlich niedriger als im Landesdurchschnitt. Baden-Württemberg (4,6 Prozent). Im bundesdeutschen Vergleich ist das hiesige Handwerk deutlich gesünder: Der Krankenstand im gesamtdeutschen Handwerk lag 2017 bei 5,2 Prozent.

Dabei waren die Böblinger Handwerker im Vergleich nicht nur kürzer krank, wenn sie denn krank waren. Im vergangenen Jahr ist auch die Gesundheitsquote, die den Anteil der Arbeitnehmer ohne krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeiten anzeigt, aufs Neue deutlich gestiegen: "2017 waren mehr als die Hälfte - 50,4 Prozent - der im Handwerk Beschäftigten im Kreis keinen einzigen Tag krankgeschrieben", fasst Herbert Raach, Regionalgeschäftsführer der IKK classic, den Arbeitsunfähigkeitsbericht 2017 der größten deutschen Handwerkerkrankenkasse zusammen. Auch hier fällt der Vergleich mit den landes- und bundesweiten Zahlen positiv aus: Bezogen auf alle Handwerkerkunden der IKK classic gesamt lag die Gesundheitsquote 2017 bei 43,2 Prozent, im Land bei 46,7 Prozent.

Auch beim Anteil der Langzeiterkrankungen am Krankheitsgeschehen steht der Kreis laut Pressemitteilung gut da: "48,6 Prozent aller Krankheitstage wurde 2017 von Arbeitsunfähigkeiten verursacht, die länger als 42 Tage andauerten", erläutert Raach. Beim Handwerk im Land Baden-Württemberg waren das im Schnitt 50,4 Prozent.

Dass viele Handwerker mit Langzeiterkrankungen zu kämpfen haben, liegt laut IKK auch an der älter werdenden Gesellschaft. Jüngere Mitarbeiter seien zwar häufiger, aber meistens nur kurz arbeitsunfähig. Ältere Mitarbeiter seien seltener krank, dann aber häufig für einen längeren Zeitraum, weil die Erkrankungen schwerwiegender und oftmals chronisch sind. Wie in der gesamten Gesellschaft steigt auch das Durchschnittsalter bei den im heimischen Handwerk beschäftigten Arbeitnehmern kontinuierlich an. Im vergangenen Jahr war der bei der IKK classic versicherte durchschnittliche Handwerker im Kreis Böblingen 41,9 Jahre alt und damit etwas jünger als im Landesschnitt: In Baden-Württemberg lag das Durchschnittsalter bei 42,1 Jahren.

Den mit Abstand größten Anteil an allen krankheitsbedingten Ausfallzeiten im hiesigen Handwerk im Jahr 2017 haben weiterhin mit 30,4 Prozent Krankheiten des Muskel- und Skelettsystems (landesweit 31,3). Das ist nicht neu. Seit Jahren führen diese Erkrankungen quer durch alle Branchen die Fehlzeitenstatistiken an. Demgegenüber scheint die Arbeit im Handwerk weniger psychisch belastend zu sein - oder die Handwerker haben hierzulande eine stabilere Psyche: Der Anteil der psychischen Erkrankungen lag im Kreis bei 8,4 Prozent, im Land bei 8,5 Prozent, beim gesamtdeutschen Handwerk dagegen bei 9,4 Prozent.