Visitenkarte für klimaschonende Häuser

Mit einer neuen Zertifizierung können Eigenheime von der Energieagentur im Kreis Böblingen als "Klimahaus" ausgezeichnet werden

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    Die fünf ausgezeichneten ECOfit-Betriebe mit Landrat Roland Bernhard (r.), dem Ersten Landesbeamten Martin Wuttke (3. v. l.), Berthold Hanfstein (2. v. l.) und Juzha Zillich von Arqum (links). Fotos: red

Das Team um Geschäftsführer Berthold Hanfstein versteht sich als Impulsgeber für Privat, Unternehmen und für Kommunen. Zahlreiche Projekte und Kampagnen wurden seit 2008 auf den Weg gebracht, Netzwerke sind entstanden und viele Resultate davon sind heute als Best-Practice-Beispiele bekannt.

Artikel vom 06. September 2018 - 17:24

KREIS BÖBLINGEN (red). Dennoch ist die Unsicherheit bei vielen Sanierungswilligen groß. Ratsuchenden bietet die Energieagentur nach wie vor eine kostenlose Erstberatung in Kooperation mit der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Dieses Erstgespräch findet im Landratsamt statt und soll Orientierung geben - über mögliche Maßnahmen und Förderungen und über die Leistungen eines professionellen Energieberaters, mit dem man aber keinesfalls in Konkurrenz treten wolle, betont Hanfstein.

Interessierte Hausbesitzer, die energetisch sanieren oder energieeffizient bauen, können ihr Haus kostenfrei als "Klimahaus Baden-Württemberg" auszeichnen lassen. Damit avancieren richtungweisende Maßnahmen und Gebäude zum Leuchtturmprojekt innerhalb von Straßen und Kommunen. Das Haus erhält einen Qualitätsnachweis für den energetischen Standard und neben dem Energieausweis eine zweite, durchaus zum Werterhalt beitragende Visitenkarte.

Neubauten ab dem Standard eines KfW-Effizienzhauses 70 sowie Bestandsgebäude ab dem Niveau eines KfW-Effizienzhauses 115 beziehungsweise -Denkmals können prämiert werden. Mit einem einfachen Fragebogen werden die Daten des Gebäudes erfasst und dann geprüft, ob das Gebäude ein "Klimahaus" ist. Das Teilnahmeformular steht auf der Internetseite der Energieagentur Böblingen unter http://www.ea-bb.de/Projekte bereit.

Mit dem einjährigen ECOfit-Prozess begannen im Februar 2017 fünf Unternehmen beziehungsweise Institutionen aus dem Landkreis, ihren betrieblichen Umweltschutz zu erfassen, zu intensivieren und zu dokumentieren. Ein Erfolgsmodell der Energieagentur, des Landkreises und des Ingenieurbüros arqum als Kooperationspartner: Der einjährige Projektablauf mündete nach einem Audit im Frühjahr 2018 in die Auszeichnung durch das Umweltministerium. Nun also läuft Runde zwei an. Hanfstein: "Firmen und Wirtschaftsförderer sind bereits informiert. Ziel ist es, dass fünf bis zehn Betriebe am diesjährigen ECOfit-Programm teilnehmen." Die Teilnehmer profitieren dabei von acht Workshops zu unterschiedlichen Themenkreisen wie Projektorganisation, Umweltrecht, Abfallwirtschaft, alternative Energien oder Mobilität sowie vom Austausch untereinander - und sie haben einen wichtigen Schritt in Richtung ISO-Zertifizierung getan. "Ziel des ECOfit-Netzwerks ist es auch, bei den beteiligten Unternehmen Möglichkeiten zur Reduzierung des Energieverbrauchs, Abfallaufkommens, Wasserbedarfs und ähnliches zu erkennen und zu nutzen."

Sechs Kreisgemeinden - Aidlingen, Altdorf, Deckenpfronn, Gärtringen, Jettingen und Weil der Stadt - haben sich bereits auf den Weg gemacht. Viele der 20 übrigen für den Nutzen eines kommunalen Energieeffizienz-Netzwerks zu begeistern, ist das Ziel der diesjährigen EABB-Sommertour. Denn kostensparendes Energiemanagement der Gemeinde-Liegenschaften kommt der Gemeindekasse und der Umwelt zugute. "In Netzwerktreffen geht es einerseits darum, eine systematische Datenerfassung und Auswertung zu etablieren, aber auch ums Aufspüren von Einsparpotenzialen und zum Beispiel um die Durchführung von Energiesparprojekten an Schulen", so Hanfstein. Steht ein kommunales Energieeffizienznetzwerk erst einmal auf vielen Füßen, treffen sich die Netzwerkbeauftragten der Gemeinden regelmäßig. Gemeinsam Maßnahmen zu entwickeln spart Man-Power - und jeder profitiert vom Austausch und von den Erfahrungen der anderen.