Lieber die Bauvorschriften reduzieren

Immobilienunternehmen Bahr kritisiert geplante Verlagerung der Maklerkosten vom Käufer auf den Verkäufer

Artikel vom 20. August 2018 - 16:42

KREIS BÖBLINGEN (red). Die Bundesregierung prüft die Senkung der Baunebenkosten (Maklerprovision, Grunderwerbsteuer, Notar) über die Einführung eines Bestellerprinzips wie bei Mietimmobilien. Künftig soll nicht mehr der Käufer, sondern der Verkäufer die Maklerkosten beim Hauskauf tragen, so Justizministerin Katarina Barley (SPD). "In Baden-Württemberg", heißt es in einer Pressemitteilung des Immobilienmakler-Unternehmens Bahr, "tragen Käufer und Verkäufer die Provision zu gleichen Teilen, was seit vielen Jahren auch sehr gut funktioniert". "Wir begrüßen, dass die Politik die Kaufnebenkosten senken will", sagt Bärbel Falkenberg-Bahr. "Mit der Verlagerung der Provision auf den Verkäufer wird man die Kosten des Immobilienerwerbs allerdings nicht reduzieren können." Als Effekt dieser Maßnahme würden sich die Kaufpreise erhöhen, weil der Verkäufer die Maklerkosten auf den Kaufpreis aufschlagen wird. Im Ergebnis entstünden höhere Ausgaben für die Grunderwerbsteuer des Staates und für den Notar.

Dies alles bedeute, dass es keinerlei Kostenentlastung für die Käufer geben werde und sie zudem, ohne Makler und deren Expertise, auf sich allein gestellt wären. "Der Makler ist von Anfang bis Ende mit Rat und Tat an dem Kauf- und Verkaufsprozess beteiligt und stellt eine für den Kunden wichtige Funktion als Berater und Dienstleister dar. Statt diese Dienstleistung zu reduzieren, sollte man vernünftigerweise besser über eine Absenkung der Grunderwerbsteuer und Reduzierung der Bauvorschriften nachdenken, wenn man die Käufer wirklich entlasten möchte", schreibt das Unternehmen.

Gerade in der heutigen Zeit, in der der Aspekt Wohnung so immens wichtig sei, solle die Leistung und Qualität der Immobilienwirtschaft nicht limitiert werden. "Die Makler spielen in der deutschen Immobilienwirtschaft eine wichtige Rolle, auch bei der Schaffung von neuen Studienplätzen und Ausbildungsberufen. Eine Leistung, die auch eine richtige Honorierung verdient hat", so Bärbel Falkenberg-Bahr.