Auch im Alter den Lebensstandard halten

Consenio - Serie und Messe: Fakten und Tipps zur Altersvorsorge im KRZ-Interview von KSK-Vorstandschef Dr. Detlef Schmidt

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Die Kreissparkasse Böblingen bietet mit ihrem Sparkassen-Forum nicht nur die Plattform für die Consenio Messe am Wochenende 3./4. März, sondern auch maßgeschneiderte Lösungen für die Altersvorsorge.

Artikel vom 21. Februar 2018 - 18:54

KREIS BÖBLINGEN. Jeder kennt das: Wenn die Renteninformation im Briefkasten liegt, nimmt man den Brief oft mit einem mulmigen Gefühl heraus. Wird man nach dem Öffnen aufatmen oder folgt eine böse Überraschung? "Letzteres muss nicht sein, wenn man Zukunft gestaltet", sagt Dr. Detlef Schmidt. Mit dem Vorstandsvorsitzenden der Kreissparkasse Böblingen sprach KRZ-Redakteur Matthias Weigert.

Warum erleben Beitragszahler eine Überraschung, wenn sie die erste gesetzliche Rente überwiesen bekommen?

Dr. Detlef Schmidt: "Weil auch eine gute gesetzliche Rente nur ein Baustein unter mehren ist. Als Faustregel gilt: 80 Prozent vom letzten Nettolohn werden benötigt, um den Lebensstandard im Ruhestand halten zu können. Zunächst sollte man deshalb den eigenen Bedarf klären.

Wie kommt es zu einer Versorgungslücke?

Eine Renten- oder Versorgungslücke entsteht, wenn man nach Renteneintritt finanziell netto weniger zum Leben hat als man braucht. Sie kann zwar von Person zu Person unterschiedlich ausfallen, eines aber gilt für alle: Laut Deutscher Rentenversicherung sinkt das Rentenniveau zwischen 2000 und 2030 von 52,9 auf 44,3 Prozent und fällt damit um gut 16 Prozent ab. Damit wächst auch die eigene Versorgungslücke.

Woher weiß ich, wie groß meine Lücke ist?

Es gibt an vielen Stellen im Internet kostenlose Rechner, mit denen die eigene Rentenlücke berechnet werden kann. Doch Vorsicht: Die Rechner sind unterschiedlich genau und damit unterschiedlich verlässlich. Es empfiehlt sich daher, einen mit möglichst detaillierter Informationseingabe auszusuchen. Eine Orientierung: Geburtsdatum, Steuerklasse, Kinderanzahl, Berufsgruppe, Jahresbruttoverdienst oder monatliche Bezüge, optional Kirchensteuer sowie die Krankenversicherungsart sollten auf jeden Fall abgefragt werden.

Welche Möglichkeiten habe ich?

Zum einen gibt es die betriebliche Altersvorsorge, auf die mittlerweile ein Rechtsanspruch besteht. Wenn der Arbeitgeber hier nicht selbst aktiv wird, hilft in der Regel ein kleiner Hinweis, und man legt bereits den Grundsterin für eine zweite Säule. Zusätzlich sollte man aber auch privat vorsorgen.

Wie kann ich privat richtig vorsorgen?

Es gibt geförderte Produkte wie die Riester-Rente, bei der durch staatliche Zulagen das angesparte Kapital zusätzlich wächst. Riester-Verträge sind als Fondssparpläne möglich. Bei Riester-Fondssparplänen werden bei der geförderten Variante monatliche Beträge und gegebenenfalls zusätzliche Beträge zusammen mit der staatlichen Unterstützung vor allem in Wertpapiere wie Aktien oder Anleihen investiert.

Welche Rolle spielt der Aktienmarkt?

Viele haben den Aktienmarkt leider zu wenig im Blick. Wir Deutsche neigen im internationalen Vergleich zu einer sehr konservativen Anlagestrategie. Wenn man in der heutigen Situation attraktive Renditen erzielen möchte, gehören insbesondere bei der langfristigen Geldanlage Aktien einfach dazu. Wer sich für Aktienfonds und damit eine breite Streuung über eine Vielzahl von Aktien entscheidet, verringert das Risiko, mit einer einzelnen Aktie daneben zu liegen.

Wie beginne ich mit der Altersvorsorge?

Da es unterschiedliche Möglichkeiten der Altersvorsorge mit entsprechend verschiedenen Renditen gibt, empfiehlt sich ein Gespräch mit einem Experten der Sparkasse. Um dem Berater von vornherein die richtigen Eckpunkte zu geben, sollte man sich vorab einige Fragen stellen: Wie viel Geld will und kann ich im Monat zur Seite legen? "Möchte ich flexibel Geld anlegen und auch pausieren können? Wie viel Risiko bin ich bereit zu tragen?" Auf dieser Basis wird der Berater etwas Passendes vorschlagen.

Wann sollte ich mit der Altersvorsorge beginnen?

Je früher man anfängt, desto besser - auch mit kleinen Beträgen. Dass auch aus kleinen Beträgen später eine stattliche Summe werden kann, zeigen Berechnungen des Deutschen Fondsverbands BVI. Wer beispielsweise seit 1985 jeden Monat 50 Euro in einen Aktienfondssparplan mit Schwerpunkt auf deutsche Aktien eingezahlt hat und damit auf eine Gesamteinzahlung von 18 000 Euro kommt, der konnte sich nach 30 Jahren - also 2015 - über eine Auszahlung von rund 62 000 Euro freuen. Auch mit einem jährlichen Zinssatz von vier Prozent kommen bei einem Sparplan mit der gleichen Einzahlung 32 700 Euro heraus. Privat vorsorgen kann sich also durchaus lohnen.