Anzeige

Pioniere des Frauenfußballs aus Weil im Schönbuch

von Michael Schwartz

  • img
    Die Vision von Günther Hirner (links) stieß im Verein nicht nur auf Begeisterung: Als Weilemer Trainer hat er eine bunte Frauenfußball-Truppe im Alter zwischen 14 und 39 zusammengestellt - Foto: Archiv

Vor 50 Jahren hatte der DFB seinen Vereinen Frauenfußball noch verboten. In Weil im Schönbuch störte das niemanden. Dort gründete Trainer Günther Hirner eine bunt gemischte Mannschaft im Alter zwischen 14 und 39.

Artikel vom 27. Februar 2019 - 18:22

Das Team kickte 1969 sogar vor einem Bundesliga-Spiel des VfB Stuttgart im Neckarstadion gegen Öschelbronn – und musste sich viel Spott gefallen lassen.

Ein paar Zitate aus der Tagespresse von damals:

„Die Damen sollten sich lieber dem Nähkörbchen zuwenden.“

„Zuschauer äußersten angesichts stattlicher Schenkel unter knapp sitzenden Höslein, wie sie selbst Gerd Müller nicht gewachsen sind, die Befürchtung, die machten gar den schönen Rasen kaputt.“

„,Das können achtjährige Buben schon lang?, tat ein Zuschauer großspurig, während ein anderer von einem ,fürchterlichen Hefenwetz? sprach, und ein Dritter meinte, die brächten ja nicht einmal die Beine in die Höhe, und gerade darauf hatte er sich doch so gefreut.“

„So war das Spiel ein großer Lacherfolg, und wo sich Fans sonst die Haare raufen und dem Nachbarn in die Rippen stoßen, wenn etwas schiefgeht, da hauten sie sich diesmal vor Vergnügen auf die Schenkel und lachten, bis ihnen die Luft wegblieb.“

Aber das störte die Kickerinnen wenig. Als es später einen geregelten Spielbetrieb gab, stiegen sie sogar in die Verbandsliga, die höchste Spielklasse Württembergs auf. Echte Pionierinnen eben.

► kompletter Artikel (Bezahlbereich)

Verwandte Artikel